Zwischen 75.000 und 110.000 Menschen haben am Sonntag in Brüssel gegen das israelische Vorgehen im Gazastreifen protestiert – laut Organisatoren eine der grössten Demonstrationen in der jüngeren Geschichte Belgiens. Der sogenannte rote Marsch startete am Nordbahnhof und endete im EU-Viertel rund um den Jean-Rey-Platz, berichtet das belgische Onlineportal De Standaard. Mehr als 130 Organisationen, darunter Gewerkschaften, Jugend- und Kulturverbände, beteiligten sich an dem Protest.
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Die NGO 11.11.11, eine der Hauptorganisatoren, sprach von einer «überwältigenden» Beteiligung. Viele Teilnehmer trugen rote Kleidung als Symbol des Protests gegen «straffreies Handeln» und zur Verteidigung von Menschenrechten. Laut einer Umfrage, auf die sich die Organisatoren berufen, sprechen sich über 70 Prozent der Belgier für EU-Sanktionen gegen Israel aus – vergleichbar mit jenen gegen Russland. «Kriegsverbrechen, das gezielte Töten von Zivilisten und die Blockade von Hilfslieferungen dürfen nicht länger ohne Folgen bleiben», sagte eine Sprecherin von 11.11.11.
Während der Protest nur palästinensische Fahnen zuliess und auf politische Parolen verzichtete, traten auch Prominente wie Rapper Zwangere Guy und Schauspielerin Tine Embrechts auf. Reden hielten sowohl jüdische als auch palästinensische Stimmen.
Die Polizei zählte 75.000 Teilnehmer, die Organisatoren 110.000. Vergleichbare Massen mobilisierte zuletzt die Klimabewegung 2019. Auch in den Niederlanden gingen am selben Tag rund 150.000 Menschen in Den Haag auf die Strasse – ebenfalls in roter Kleidung.