Bundesrat Cassis will die Schweizer Jugend für Aussenpolitik begeistern. Dafür setzt er viel Geld ein. Das Interesse bewegt sich bisher in überschaubarem Rahmen
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Bundesrat Cassis will die Schweizer Jugend für Aussenpolitik begeistern. Dafür setzt er viel Geld ein. Das Interesse bewegt sich bisher in überschaubarem Rahmen

Ein fünfköpfiges Team soll es richten. Derzeit sucht man beim Bund noch einen «Social Media Manager» in 80-Prozent-Anstellung für über 118.000 Franken Gehalt.

Die Aufgabe dieses neuen Teams im Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA): Instagram mit Informationen über die Schweizer Aussenpolitik beschallen. Man wolle diese «entmystifizieren», heisst es aus dem Departement von Bundesrat Ignazio Cassis, und das mit einem «trendigen und einnehmenden Kommunikationsansatz».

KEYSTONE/Anthony Anex; EDA - Instagram
Bundesrat Cassis will die Schweizer Jugend für Aussenpolitik begeistern. Dafür setzt er viel Geld ein. Das Interesse bewegt sich bisher in überschaubarem Rahmen
KEYSTONE/Anthony Anex; EDA - Instagram

Und so dürfen Kinder in kurzen Videoclips raten, was eigentlich eine Botschaft ist, junge Frauen und Männer auf der Strasse werden gefragt, ob sie sich für Politik interessieren. Das Ganze findet auf dem offiziellen Instagram-Kanal des EDA statt und nennt sich «Youth Chat».

 

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Ein Beitrag geteilt von EDA - DFAE - FDFA (@eda_dfae)

Zum viralen Hit sind die Erklärstücke bisher nicht geworden, zum grossen Zuwachs an Followern haben sie auch nicht geführt. Wie auch? Niemand will dabei zusehen, wie Jugendliche mit Fragen konfrontiert werden, von denen wir wissen, dass diese sie nicht wirklich interessieren. Das alles zudem erzwungen lässig-flippig und von Anglizismen durchzogen.

Man wolle «das EDA als transparentes und dialogorientiertes Departement» präsentieren, so die Väter des Konzepts. Transparenz schaffen durch Staatskunde-Unterricht? Und wieso muss man etwas «entmystifizieren», was für die meisten Leute gar kein Mysterium ist, weil sie sich gar nicht erst damit beschäftigen?

Es gibt durchaus Ansätze, Politik attraktiv zu verkaufen. In Deutschland haben das einige Politiker und Parteien erkannt und zeigen sich beispielsweise auf Tiktok persönlich und nahbar.

Mit dem Uraltkonzept der Strassenumfrage, die weder Unterhaltungswert noch Erkenntnisgewinn bringt, ist das aber nicht zu machen. Schon gar nicht mit Schweizer Aussenpolitik, die meist so spannend ist wie dem Gras beim Wachsen zuschauen.

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