Bundesrat spricht acht Millionen Franken für Crans-Montana-Opfer: Die Geldgeschenke könnten zum gefährlichen Präjudiz werden
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Bundesrat spricht acht Millionen Franken für Crans-Montana-Opfer: Die Geldgeschenke könnten zum gefährlichen Präjudiz werden

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Bundesrat spricht acht Millionen Franken für Crans-Montana-Opfer: Die Geldgeschenke könnten zum gefährlichen Präjudiz werden
Bundesrat spricht acht Millionen Franken für Crans-Montana-Opfer: Die Geldgeschenke könnten zum gefährlichen Präjudiz werden
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Es ist immer die gleiche Leier: Wenn vom Ausland Unheil über die Schweiz hereinbricht, versucht der Bundesrat dieses mit Geldgeschenken abzuwenden. Im gleichen Modus operiert nun die Landesregierung im Falle der Brandkatastrophe von Crans-Montana.

Als Ende der 1990er Jahre der internationale Druck wegen der Holocaust-Gelder auf Schweizer Banken stieg und das Land als raffgieriges Volk in Verruf geriet, lancierte der damalige Justizminister Arnold Koller (CVP) die Idee einer Solidaritätsstiftung und wollte so ein Zeichen von nationaler und internationaler Verbundenheit setzen. Das Image der Schweiz sollte damit aufgebessert werden.

© KEYSTONE / PETER SCHNEIDER
Bundespräsident Guy Parmelin und Bundesrat Beat Jans.
© KEYSTONE / PETER SCHNEIDER

Nach der Brandkatastrophe in Crans-Montana sucht die Landesregierung nun den Befreiungsschlag in Form eines Solidaritätsbeitrages. Der Bund will den Opfern sofort und unbürokratisch 50.000 Franken überweisen. Damit wird ein gefährliches Präjudiz geschaffen. Noch bevor die Schuldfrage geklärt ist, will man bereits Geld verteilen. Mit dieser Art der Aufarbeitung wird der Eindruck erweckt, die Eidgenossenschaft trage eine moralische Mitschuld.

Es ist in Ordnung, wenn die Gemeinde Crans-Montana und der Kanton Wallis Soforthilfe leisten und für die Kosten aufkommen. Allenfalls stehen auch die Versicherungen in der Pflicht – aber keineswegs der Bund.

Ausserdem muss erst noch geklärt werden, wer verantwortlich ist. Schauen wir uns einmal an, was in Österreich im Ferienort Kaprun vor Jahren ablief. Dort starben im Jahre 2000 in einer Gletscherbahn 155 Menschen. Nach acht Jahren und zähen Verhandlungen bekamen die Opferfamilien dort einen Betrag von 30.000 Euro (27.000 Franken), wobei der Staat Österreich einen minimen Beitrag zu dieser Summe beisteuerte.

Es ist auch naiv, zu glauben, dass uns die ganze Welt deswegen wieder ins Herz schliesst. Nein, es wird die Anwälte der Opferfamilien erst recht anstacheln.

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