Die Bundesregierung wirft der neuen AfD-Jugendorganisation «Generation Deutschland» (GD) antidemokratische Tendenzen vor. Das geht aus einer Antwort des Bundesinnenministeriums auf eine Anfrage der Grünen-Politikerin Marlene Schönberger hervor, wie die Bild-Zeitung berichtet. Besonders im Fokus: Äusserungen auf dem Gründungsparteitag im November 2025 in Giessen, die laut Innenministerium «tatsächliche Anhaltspunkte für Bestrebungen gegen die freiheitlich-demokratische Grundordnung» liefern.
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Konkret beanstandet das Ministerium Aussagen, die ein «ethnisch-abstammungsmässiges Staatsvolksverständnis» offenbaren und auf eine rechtliche Diskriminierung deutscher Staatsangehöriger mit Migrationshintergrund abzielen. Zudem bestehe personelle Kontinuität zur 2023 als rechtsextrem eingestuften Vorgängerorganisation «Junge Alternative» – viele Funktionäre seien erneut in Führungspositionen aktiv.
AfD-Chefin Alice Weidel trat bei der Gründungsveranstaltung als Rednerin auf. Jean-Pascal Hohm (29), Vorsitzender der GD, wies die Vorwürfe in der Bild-Zeitung zurück: «Es entbehrt jeder Grundlage, uns als Extremisten […] zu bezeichnen.» Man stehe für einen «starken, handlungsfähigen Staat» ein und verteidige «unsere freiheitliche Lebensweise».
Im Gespräch mit der Weltwoche sagte Hohm zu den Rechtsextremismus-Vorwürfen unlängst: «In meiner festen Überzeugung gibt es in der AfD keine Rechtsextremen, und die Partei als Ganzes ist definitiv nicht rechtsextrem. Das sind Vorwürfe von politischen Gegnern oder einem Verfassungsschutz, der je nach Innenminister weisungsgebunden ist. Wir lassen uns davon nicht von unserer Programmatik abbringen. Im Gegenteil: Die Politik der etablierten Parteien ist in den letzten Jahren immer extremer geworden – in Wirtschaft, Energie und Migration. Die AfD fordert lediglich eine grundlegende, vernünftige Wende. Und das ist aus meiner Sicht urdemokratisch.»
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