Trotz ausstehender Reform des Wehrdienstes verzeichnet die Bundeswehr einen deutlichen Anstieg an Bewerbungen, berichtet die Süddeutsche Zeitung. Bereits im laufenden Jahr wurden laut internen Zahlen aus dem Verteidigungsministerium 13.739 militärische Neueinstellungen registriert – ein Plus von 28 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Besonders hoch war der Zuwachs bei den Mannschaften (plus 38 Prozent) und den Feldwebeln (plus 41 Prozent). Das Ziel von 20.000 Neueinstellungen dürfte damit übertroffen werden.
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Die Zahlen überraschen, weil das neue Wehrdienstmodell erst 2026 starten soll. Dieses sieht vor, dass jährlich bis zu 15.000 junge Menschen verpflichtet werden können. Männer müssen ab 2026 einen Fragebogen der Bundeswehr ausfüllen – Frauen können dies freiwillig tun. Bei Verweigerung droht ein Bussgeld. Eine verpflichtende Musterung ist ab Mitte 2027 vorgesehen.
Der freiwillige Dienst ist beliebt: 11.400 Menschen absolvieren ihn derzeit, 15 Prozent mehr als im Vorjahr. Ein Grund: Der Dienst als Soldat auf Zeit verspricht ein Einstiegsgehalt von rund 2000 Euro monatlich. Die Hoffnung der Bundesregierung: Viele dieser Freiwilligen verpflichten sich später dauerhaft. Insgesamt soll die Truppenstärke auf 260.000 steigen, die Reserve auf 200.000 anwachsen.