Schiessen deutsche Kampfflugzeuge bald russische Jets ab? Die Frage drängt sich bei Betrachtung der aktuellen Nachrichten auf.
Gestern wurde bekannt, dass Deutschland Kampfjets vom Typ Eurofighter in Polen stationieren will. Und eine weitere Nachricht lässt aufhorchen: Am Mittwoch kamen auch Nato-Vertreter zusammen, um über neue Regeln zu diskutieren, die den Abschuss russischer Kampfpflugzeuge über Nato-Gebiet erleichtern sollen. Das berichtet die britische Zeitung The Telegraph.
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Demnach wollen die Verteidigungsminister der Nato-Mitgliedsstaaten, dass russische Kampfpflugzeuge mit Bodenangriffsraketen an Bord als mögliche Ziele gelten. Darüber hinaus berichtet die Zeitung, dass Alexus Grynkewich, US-General und Nato-Oberbefehlshaber in Europa, abseits der Öffentlichkeit den Aufbau eines «einheitlichen Luft- und Raketenabwehrsystems» gefordert habe.
Hintergrund: Die Reaktionen der Nato-Mitgliedsstaaten sollen im Hinblick auf angebliche russische Provokationen optimiert werden. Hinter dem Vorhaben, das sich erst mal sehr technisch anhört, steckt weitreichend Politisches. «Dies würde», schreibt der Telegraph, «dem obersten General der Allianz helfen, sogenannte nationale Vorbehalte zu beseitigen, die ihn daran hintern könnten, mit Gewalt zu reagieren.» Die Zeitung erläutert, dass viele Nato-Mitglieder zwar unter dem Dach des Verteidigungsbündnisses operierten, aber unter unterschiedlichen Einsatzregeln agierten. So verlangten einige Staaten von ihren Piloten eine «visuelle Bestätigung der wahrgenommenen Bedrohung». Das britische Medium stützt sich im Hinblick auf die Aussagen Grynkewichs auf eine nicht näher benannte Quelle.
Diese Entwicklung verläuft parallel zu der Stationierung der deutschen Eurofighter in Polen. Laut dem Spiegel sollen die Jets «auf dem polnischen Militärflugplatz Malbork stationiert werden».
«Wir werden mit Patrouillenflügen zum Schutz der Ostflanke beitragen», sagte Verteidigungsminister Boris Pistorius. Deutschland werde nun «noch aktiver und noch präsenter und sichtbarer» an der Nato-Aussengrenze im Osten sein, so der SPD-Politiker laut Spiegel.
Die Gefahr, dass es zu einer militärischen Konfrontation zwischen Deutschland und Russland in der Luft kommen könnte, wird grösser.