Cassis will den Furgler machen: Nachdem der Aussenminister die Neutralität beerdigt hat, will er eine russisch-amerikanische Friedenkonferenz nach Genf holen
Suchbegriff

Die Weltwoche bietet tägliche Analysen, exklusive Berichte und kritische Kommentare zu Politik, Wirtschaft und Kultur.

Konto Anmelden
Abonnemente
Jedes Abo eine Liebeserklärung an die Meinungsvielfalt.
AboDigital
Für alle, die Online lesen wollen
Alle Artikel online lesen
E-Paper inklusive
App (iOS & Android)
AboPrint & Digital
Printausgabe & digital jederzeit dabei
Wöchentliche Printausgabe
Alle Artikel online lesen
E-Paper inklusive
App (iOS & Android)
Sind Sie noch nicht überzeugt? Details zu den Abos
Die Weltwoche

Cassis will den Furgler machen: Nachdem der Aussenminister die Neutralität beerdigt hat, will er eine russisch-amerikanische Friedenkonferenz nach Genf holen

Es waren Bilder für die Geschichtsbücher: 1985 empfing der damalige Bundespräsident Kurt Furgler (CVP) auf dem Genfer Flughafen die Staatschefs der USA und der Sowjetunion. Erstmals trafen sich in der Rhonestadt Ronald Reagan und Michail Gortbatschow persönlich. Die Begegnung war der Beginn eines Tauwetters und mündete in der Beendigung des Kalten Kriegs und des Zusammenbruchs des real existierenden Sozialismus.

© KEYSTONE / ANTHONY ANEX
Bundesrat Ignazio Cassis verfolgt der Debatte "24
© KEYSTONE / ANTHONY ANEX

Bei alledem brillierte Kurt Furgler damals als Gastgeber in allen denkbaren Sprachen. Gut möglich, dass der heutige Aussenminister Ignazio Cassis einen solchen Furgler-Moment in Genf – unter den Augen der gesamten Weltöffentlichkeit – nicht weniger geniessen würde.

Nur hat der Schweizer Aussenminister selber diese Möglichkeit bei Ausbruch des Ukraine-Kriegs gründlich verscherzt. Er gehörte im Bundesrat zu den treibenden Kräften, welche die schweizerische Neutralität beschädigten und sich blind den EU-Sanktionen gegen Russland anschlossen. Seither machen die russischen Verantwortungsträger bei jeder Gelegenheit klar, dass schweizerischer Boden wegen dieser neutralitätswidrigen Sanktionspolitik nicht mehr für Verhandlungen in Frage kommt.

Jetzt versucht Cassis, die Amerikaner, Russen, Ukrainer und Europäer doch noch nach Genf zu locken. Er wäre sogar bereit, Wladimir Putin ausnahmsweise nicht an den Internationalen Gerichtshof in Den Haag auszuliefern – statt dass er vor Jahr und Tag verhindert hätte, dass die Schweiz bei diesem Unsinn überhaupt mitmacht.

Von Ignazio Cassis werden der Nachwelt wohl niemals Bilder überliefert, wie er als neutraler Staatsmann seine verfeindeten Gäste zusammenführt. Nicht vergessen wird hingegen sein Solidaritätsauftritt von 2022 mit den Ukrainern auf dem Berner Bundesplatz, wo er Wolodymyr Selenskyj als seinem «guten Freund» huldigte.

Abonnement
1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen
1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen
1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen
1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen
1. Start
2. Ihre Angaben
3. Abo prüfen
Startdatum: 01.04.2026
Mit der Bestellung akzeptieren Sie unsere AGBs.
Ihre Angaben
  • Dieses Feld dient zur Validierung und sollte nicht verändert werden.
  • Dieses Feld wird bei der Anzeige des Formulars ausgeblendet
  • Dieses Feld wird bei der Anzeige des Formulars ausgeblendet
    (Newsletter kann jederzeit wieder abbestellt werden)

Netiquette

Die Kommentare auf weltwoche.ch/weltwoche.de sollen den offenen Meinungsaustausch unter den Lesern ermöglichen. Es ist uns ein wichtiges Anliegen, dass in allen Kommentarspalten fair und sachlich debattiert wird.

Das Nutzen der Kommentarfunktion bedeutet ein Einverständnis mit unseren Richtlinien.

Scharfe, sachbezogene Kritik am Inhalt des Artikels, an Protagonisten des Zeitgeschehens oder an Beiträgen anderer Forumsteilnehmer ist erwünscht, solange sie höflich vorgetragen wird. Wählen Sie im Zweifelsfall den subtileren Ausdruck.

Unzulässig sind:

  • Antisemitismus / Rassismus
  • Aufrufe zur Gewalt / Billigung von Gewalt
  • Begriffe unter der Gürtellinie/Fäkalsprache
  • Beleidigung anderer Forumsteilnehmer / verächtliche Abänderungen von deren Namen
  • Vergleiche demokratischer Politiker/Institutionen/Personen mit dem Nationalsozialismus
  • Justiziable Unterstellungen/Unwahrheiten
  • Kommentare oder ganze Abschnitte nur in Grossbuchstaben
  • Kommentare, die nichts mit dem Thema des Artikels zu tun haben
  • Kommentarserien (zwei oder mehrere Kommentare hintereinander um die Zeichenbeschränkung zu umgehen)
  • Kommentare, die kommerzieller Natur sind
  • Kommentare mit vielen Sonderzeichen oder solche, die in Rechtschreibung und Interpunktion mangelhaft sind
  • Kommentare, die mehr als einen externen Link enthalten
  • Kommentare, die einen Link zu dubiosen Seiten enthalten
  • Kommentare, die nur einen Link enthalten ohne beschreibenden Kontext dazu
  • Kommentare, die nicht auf Deutsch sind. Die Forumssprache ist Deutsch.

Als Medium, das der freien Meinungsäusserung verpflichtet ist, handhabt die Weltwoche Verlags AG die Veröffentlichung von Kommentaren liberal. Die Prüfer sind bemüht, die Beurteilung mit Augenmass und gesundem Menschenverstand vorzunehmen.

Die Online-Redaktion behält sich vor, Kommentare nach eigenem Gutdünken und ohne Angabe von Gründen nicht freizugeben. Wir bitten Sie zu beachten, dass Kommentarprüfung keine exakte Wissenschaft ist und es auch zu Fehlentscheidungen kommen kann. Es besteht jedoch grundsätzlich kein Recht darauf, dass ein Kommentar veröffentlich wird. Über einzelne nicht-veröffentlichte Kommentare kann keine Korrespondenz geführt werden. Weiter behält sich die Redaktion das Recht vor, Kürzungen vorzunehmen.