Die CDU-Bundestagsabgeordnete Saskia Ludwig rechnet in einem Interview mit der Berliner Zeitung scharf mit der Bundesregierung unter Friedrich Merz ab. Sie bezweifelt, dass die grosse Koalition die Legislaturperiode durchstehen wird. «Für mich ist es schwer vorstellbar, dass die Regierung noch bis zum Ende der Amtszeit durchhält», erklärte die Brandenburgerin.
MICHAEL KAPPELER / KEYSTONE
Kanzler Merz wirft sie Wortbruch in der Haushaltspolitik vor. Im Wahlkampf habe er die Schuldenbremse noch eisern verteidigt, «unmittelbar nach dem Urnengang eine Billion Euro Schulden aufgenommen». Für Ludwig ist das kein Einzelfall, sondern ein Beleg für eine Kurslosigkeit der Regierung: «Und das ist offensichtlich immer noch nicht das Ende der Fahnenstange.»
Noch schärfer fiel ihre Kritik an Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) aus. Diese habe dem «Mittelstand den Krieg erklärt» und arbeite dabei «mit den Linken und Linksextremen» zusammen. Ludwig spricht von einem «Rubikon», den Bas überschritten habe. Der Vergleich mit früheren Kanzlern lässt ebenfalls keinen Zweifel an ihrer Haltung: «Adenauer, Erhard und Kohl hätten diese Ministerin am nächsten Tag gefeuert. Frau Bas ist immer noch im Amt, und der freie Fall setzt sich unvermindert fort.»
Auch Merz selbst bleibt nicht verschont: Jeder Bundeskanzler müsse «für sich entscheiden, wie er sein Amt ausübt». In der aktuellen Lage helfe keine Rhetorik, sondern «viel Wasser», so Ludwig – ein Seitenhieb auf die Distanz zwischen Regierung und Realität: Da sei es eher schlecht, «wenn man nur aus der Ferne über das innerdeutsche Lagebild von seinem Beraterstab im Kanzleramt informiert wird.»