CDU-Fraktionschef Jens Spahn lehnt die Bezeichnungen «homosexuell» und «queer» für seine eigene Person ab und bezeichnet sich stattdessen als «schwul». Dies sagte Spahn der Wochenzeitung «Die Zeit».
Er habe bereits seinem Amtsvorgänger Volker Kauder gesagt: «Ich möchte von dir nie wieder homosexuell genannt werden.» Stattdessen bevorzuge er den Begriff «schwul». «Homosexuell, das klingt für mich furchtbar. Steril», erklärte Spahn.
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Auch mit dem Begriff «queer» könne er sich nicht identifizieren. «Ich bin schwul, nicht queer. Dieses Identitätspolitische – als wäre das ein Konzept», sagte der CDU-Politiker. Gleichzeitig betonte er seine liberale Haltung im privaten Bereich: «Ich habe gar kein Problem damit, dass die Gesellschaft da offen ist, es kann sich auch jeder queer nennen.»
Kritisch sieht Spahn eine politische Aufladung von Fragen der Identität. «Ich halte aber nichts von der Verknüpfung mit politischer Ideologie», sagte er. Wenn immer mehr Aspekte zur Frage der Selbstdefinition erklärt würden, «selbst das Geschlecht», stelle dies «die Emanzipationsgeschichte infrage».