Cédric Wermuth neben den Schuhen: SP-Co-Chef idealisiert die Zuwanderung – obwohl die Initiative «Keine 10-Millionen-Schweiz» sogar bei den Linken gut ankommt
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Cédric Wermuth neben den Schuhen: SP-Co-Chef idealisiert die Zuwanderung – obwohl die Initiative «Keine 10-Millionen-Schweiz» sogar bei den Linken gut ankommt

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Cédric Wermuth neben den Schuhen: SP-Co-Chef idealisiert die Zuwanderung – obwohl die Initiative «Keine 10-Millionen-Schweiz» sogar bei den Linken gut ankommt
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Die jüngste Umfrage zur Nachhaltigkeits-Initiative der SVP – besser bekannt unter dem Titel «Keine 10-Millionen-Schweiz» – macht viele Linke und Nette im Land nervös, darunter auch SP-Co-Präsident Cédric Wermuth. Denn die Vorlage kommt bei den Stimmbürgern gut an, sogar bei linken Wählern. Die Weltwoche berichtet.

© KEYSTONE / PHILIPP SCHMIDLI
Co-Praesident Cedric Wermuth spricht am Parteitag der SP Schweiz am Samstag, 25
© KEYSTONE / PHILIPP SCHMIDLI

Entsprechend orientierungslos schlägt der Chefgenosse in einem Interview mit dem Tages-Anzeiger um sich – wie ein Schlafwandler, den man etwas zu abrupt aufweckt.

Wermuth idealisiert die Zuwanderung, wie es Leute tun, die in einem Universum leben, in dem man glaubt, mehr Menschen brächten automatisch mehr Wohlstand. Das Gegenteil ist der Fall – das merkt jeder, der eine Wohnung sucht oder sich täglich in ein überfülltes Zugsabteil drängen muss.

Es gibt zudem Studien, die aufzeigen, dass mehr Zuwanderung uns nicht besser bekommt, sondern unseren Wohlstand schmälert.

Vor allem aber treibt sich diese Entwicklung inzwischen selbst an. Immer mehr Neuzuzüger bedeuten, dass wir immer mehr Fachkräfte benötigen, um diese zu betreuen. Das ist eine fatale Spirale, die mit der Personenfreizügigkeit in Gang gesetzt wurde.

Komplett neben den Schuhen steht der Obergenosse mit seiner Aussage, bei einer Annahme der SVP-Initiative fehlten Pflegekräfte, weshalb in den Heimen den Betagten Beruhigungsmittel verabreicht werden müssten. Das Problem sind jedoch nicht primär fehlende Fachkräfte, sondern die Arbeitsbedingungen in den Pflegeheimen. Wenn Lohn und Anstellungskonditionen stimmen, finden diese Einrichtungen problemlos genügend motiviertes Personal.

Der Trend geht ohnehin nicht in Richtung mehr Pflegekräfte, sondern in Richtung Robotik, wie man es in Japan sehen kann. Ob einem eine Pflegekraft, die kaum Deutsch spricht, oder eine Maschine das Essen bringt, macht am Ende wohl keinen grossen Unterschied mehr.

Und überhaupt: Wieso sorgt sich Wermuth nicht um die fehlenden oder überlasteten Pflegekräfte, wenn aus Georgien, dem Gazastreifen oder aus Uno-Flüchtlingslagern kranke und pflegebedürftige Menschen eingeflogen werden, um in unserem Land grosszügig medizinisch versorgt zu werden?

Skurril wird es im Interview, wenn der SP-Co-Präsident sich ausgerechnet auf den Dachverband der Wirtschaft – gewissermassen den Klassenfeind – zur Stützung seiner linken These beruft. «Economiesuisse schätzt den Arbeitskräftemangel in zehn Jahren auf 460.000 Personen. Das ist einer der Gründe, warum sich Industrieunternehmen nach anderen Standorten umsehen – weil sie in der Schweiz die Arbeitskräfte nicht mehr finden, die sie hier brauchen», behauptet Wermuth, wohl ohne dabei rot zu werden.

Denn die Deindustrialisierung der Schweiz ist nicht Folge fehlender Fachkräfte, sondern des starken Frankens und hoher Produktionskosten. Das weiss nun wirklich jedes Kind – Wermuth aber offenbar nicht.

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