China hat ein Gesetz zur Förderung der «ethnischen Einheit und des Fortschritts» verabschiedet. Es verpflichtet Kinder aus ethnischen Minderheiten, bereits vor dem Kindergarten und bis zum Ende der Schulzeit Mandarin zu lernen. Dies berichtet die BBC.
Das Gesetz wurde am Donnerstag vom Nationalen Volkskongress in Peking beschlossen. Offiziell soll es die Integration der 56 anerkannten ethnischen Gruppen des Landes stärken. Die Mehrheit der rund 1,4 Milliarden Einwohner gehört der Han-Bevölkerung an.
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Nach Darstellung der Regierung soll der verstärkte Mandarin-Unterricht die Bildungs- und Arbeitschancen junger Menschen verbessern und die Modernisierung fördern.
Kritiker sehen darin dagegen einen weiteren Schritt zur Assimilation ethnischer Minderheiten. Der Anthropologe Magnus Fiskesjö von der Cornell University erklärte, die Massnahme stehe im Zusammenhang mit einer politischen Entwicklung, die ethnische Vielfalt zunehmend unterdrücke. Kinder würden gezwungen, ihre eigene Sprache und Kultur zu vergessen.
Das Gesetz erlaubt zudem rechtliche Schritte gegen Eltern oder Erziehungsberechtigte, wenn sie Kindern nach Ansicht der Behörden «schädliche» Ansichten vermitteln, die der ethnischen Harmonie widersprechen.