Die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen erleidet mit ihrer sozialdemokratischen Partei bei der Parlamentswahl deutliche Verluste. Die Sozialdemokraten kommen demnach nur noch auf 38 Sitze, nach 50 Mandaten bei der Wahl vor vier Jahren, und erzielen damit ihr schlechtestes Ergebnis seit über einem Jahrhundert.
Ritzau Scanpix
Trotz der Einbussen liegt Frederiksens linker Block mit 84 von insgesamt 179 Sitzen weiterhin vor dem rechten Lager, das 77 Mandate erreicht. Eine absolute Mehrheit verfehlt das bisherige Regierungsbündnis jedoch deutlich. Frederiksens Drei-Parteien-Koalition der politischen Mitte verliert damit ihre parlamentarische Grundlage.
Frederiksen strebt dennoch eine dritte Amtszeit an. «Wir haben unter sehr schwierigen Bedingungen die Regierungsverantwortung gehabt», sagt sie. Das Wahlergebnis sei unter diesen Voraussetzungen «okay». Zugleich betont sie: «Ich bin bereit, die Verantwortung zu übernehmen.» Mit Blick auf die Regierungsbildung fügt sie hinzu: «Es wird schwierig.»
Zu den Gewinnern zählt die einwanderungskritische Dänische Volkspartei unter Morten Messerschmidt. Sie vervierfacht ihren Stimmenanteil auf 9,1 Prozent. «Dies zeigt deutlich, dass die Dänen die Nase voll haben und eine andere Richtung für Dänemark wollen», sagt Messerschmidt.
Eine Schlüsselrolle bei der Regierungsbildung könnte die Partei der Moderaten des früheren Ministerpräsidenten Lars Løkke Rasmussen spielen, die 14 Sitze erreicht.