Ein schwerer Sturz auf eisglattem Berliner Gehweg bringt Ex-Tagesschau-Sprecher Jan Hofer ins Krankenhaus – und ins Zentrum einer hitzigen Debatte über Winterdienst und Umweltschutz. Der 76-Jährige war vergangene Woche auf dem Weg gestürzt, wurde bewusstlos und musste notärztlich behandelt werden. Seine Apple Watch hatte automatisch den Rettungsdienst alarmiert, wie Hofer selbst auf Instagram berichtet.
Rolf Vennenbernd/DPA/Keystone
In einem sarkastischen Video bedankte sich Hofer zuerst beim Notarztteam, dann – mit bitterem Unterton – beim Naturschutzbund NABU: «Dass sie es möglich machen, dass Bäume nicht beschädigt werden, dafür aber Menschen stürzen, sich Gehirnerschütterungen und Knochenbrüche einfangen – herzlichen Dank», sagte er.
Hintergrund des Ärgers: Der NABU hatte erfolgreich gegen eine Ausnahmeregelung geklagt, die den Einsatz von Streusalz durch Privatpersonen in Berlin erlaubt hätte. Das Verwaltungsgericht gab dem Verband recht – mit dem Verweis auf Baumschutz. Seitdem gilt wieder ein striktes Salzverbot.
Die Reaktionen auf Hofers Kritik fielen gemischt aus. Während FDP-Politiker Wolfgang Kubicki den Fall nutzte, um die Berliner Verwaltung als «Gefahr für die Gesundheit seiner Bürger» zu bezeichnen, verteidigten andere den NABU. «Es bringt nichts, den NABU zu verhöhnen. Er hat geltendes Recht durchgesetzt», kommentierte ein Nutzer auf Instagram.
Auch Grünen-Politikerin Ricarda Lang äusserte sich auf der Plattform X kritisch – allerdings in Richtung NABU: Das Streusalz-Urteil sei «ein Bärendienst für gesellschaftliche Mehrheiten im Naturschutz». In Berlin mehren sich die Stimmen, die eine pragmatische Lösung fordern, bevor der nächste Sturz auf glattem Untergrund zum Politikum wird.