«Was läuft da zwischen Mühlemann und Trede?», fragte die Weltwoche letzten September. Der Glarner Ständerat und FDP-Co-Präsident Benjamin Mühlemann zeige sich auffallend vertraut mit der grünen Fraktionschefin Aline Trede – im Bundeshaus wie an politischen Veranstaltungen ausserhalb davon.
Die Weltwoche wollte es genauer wissen und befragte Mühlemann, ob die Gerüchte stimmen, dass er mit Aline Trede auf ungewöhnlich vertrautem Fuss stehe. Die Antwort lautete: «Aline Trede kenne ich seit über zwanzig Jahren. Wir sind persönlich sehr gut befreundet, und man sieht uns tatsächlich gelegentlich gemeinsam an Veranstaltungen.» Trede hingegen verzichtete auf eine Stellungnahme.
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Ob und wie sich seine persönliche Verbindung zur Grünen-Fraktionschefin auf das Verhältnis zwischen FDP und Grünen auswirke, bleibe offen, meinte die Weltwoche damals. Benjamin Mühlemann betonte: «Politisch pflegen wir einen professionellen und respektvollen Austausch. Daran ändert sich auch bei einer allfälligen Wahl ins Co-Präsidium nichts.»
Mittlerweile ist Mühlemann zum FDP-Präsidenten gewählt worden. Und es zeigt sich, dass die Annäherung zwischen FDP und Grünen auch in der Basis angekommen ist, genauer gesagt: im Hauptort des gleichnamigen Zürcher Oberländer Bezirks Hinwil. Als Novum im Kanton Zürich, ja in der ganzen Schweiz, geht die FDP mit den Grünen in Hinwil ein Wahlbündnis ein: Grüne und FDP unterstützen sich gegenseitig.
Die FDP und die Grünen unterstützen auch den SP-Mann fürs Gemeindepräsidium. «Mit dieser Zusammenarbeit über Parteigrenzen hinweg wollen die beiden Parteien zudem ein Zeichen setzen für eine lösungsorientierte, zukunftsgerichtete und verantwortungsvolle Gemeindepolitik im Interesse aller Hinwilerinnen und Hinwiler.»
Es wird sich weisen, ob diese FDP-Grünen-Koalition ein Wunderrezept ist für die beiden Parteien, die gleichermassen gegen eine Wählererosion kämpfen.