Das iranische Regime sei «keine Gefahr mehr», beteuert Donald Trump in seiner Rede an die Nation – gleichzeitig kündigt er die nächste Phase des Krieges an. Verteilt er bloss Beruhigungspillen, oder glaubt er an einen Sieg?
Suchbegriff

Die Weltwoche bietet tägliche Analysen, exklusive Berichte und kritische Kommentare zu Politik, Wirtschaft und Kultur.

Konto Anmelden
Abonnemente
Jedes Abo eine Liebeserklärung an die Meinungsvielfalt.
AboDigital
Für alle, die Online lesen wollen
Alle Artikel online lesen
E-Paper inklusive
App (iOS & Android)
AboPrint & Digital
Printausgabe & digital jederzeit dabei
Wöchentliche Printausgabe
Alle Artikel online lesen
E-Paper inklusive
App (iOS & Android)
Sind Sie noch nicht überzeugt? Details zu den Abos
Die Weltwoche

Das iranische Regime sei «keine Gefahr mehr», beteuert Donald Trump in seiner Rede an die Nation – gleichzeitig kündigt er die nächste Phase des Krieges an. Verteilt er bloss Beruhigungspillen, oder glaubt er an einen Sieg?

Anhören ( 3 min ) 1.0× +
Das iranische Regime sei «keine Gefahr mehr», beteuert Donald Trump in seiner Rede an die Nation – gleichzeitig kündigt er die nächste Phase des Krieges an. Verteilt er bloss Beruhigungspillen, oder glaubt er an einen Sieg?
Das iranische Regime sei «keine Gefahr mehr», beteuert Donald Trump in seiner Rede an die Nation – gleichzeitig kündigt er die nächste Phase des Krieges an. Verteilt er bloss Beruhigungspillen, oder glaubt er an einen Sieg?
0:00 -0:00
1.0×
100%
Mehr ▾

Trumps Rede sollte die Märkte beruhigen. Und Amerikaner mit Zuversicht erfüllen: Bald werde sich der Präsident wieder ihren täglichen Sorgen widmen.

In seiner Ansprache an die Nation porträtierte sich Trump als erfolgreichen Blitzkrieger.

Um dies zu untermauern, erinnerte er an die langen Kriege der Vergangenheit: An den Zweiten Weltkrieg, den Vietnamkrieg und den Irakkrieg.

Copyright 2026 The Associated Press. All rights reserved
Donald Trump spricht im Weissen Haus über den Iran-Krieg.
Copyright 2026 The Associated Press. All rights reserved

«Wir sind seit 32 Tagen in dieser Militäroperation.» In dieser kurzen Zeit habe man den Iran «ausgehöhlt». Er stelle «im Grunde genommen keine Bedrohung mehr dar.»

Will heissen: Der Krieg ist so ziemlich vorbei.

Aber eben nicht wirklich.

Trump tönte wie ein Vater am Steuer auf einer Bergfahrt, der seine nölenden Kinder auf dem Rücksitz beruhigend beschwört: «Bloss noch paar kleine Kurven, und dann sind wir am Ziel.»

Die Amerikaner seien «auf dem besten Weg», alle militärischen Ziele der USA in Kürze zu erreichen. Bloss noch ein paar Bombenmissionen, dann sei es so weit.

«In den nächsten zwei bis drei Wochen werden wir sie sehr hart treffen», sagte Trump. «Wir werden sie zurück in die Steinzeit schicken, wo sie hingehören. In der Zwischenzeit laufen die Gespräche weiter.»

Für den Fall, dass Gespräche nicht fruchten sollten, drohte Trump mit der nächsten Eskalationsstufe: «Wenn es keine Einigung gibt, werden wir jedes einzelne ihrer Kraftwerke sehr hart und wahrscheinlich gleichzeitig angreifen.»

Was hat Trump in 32 Tagen erreicht?

Die iranische Luftabwehr sei ausgeschaltet worden, erklärte er. «Ihr Radar ist zu 100 Prozent zerstört. Wir sind nicht aufzuhalten.» Raketenabschussbasen wurden dezimiert. Missiles zerstört. Und die Nuklearanlagen habe man dem Erdboden gleichgemacht.

Doch die drängendste Frage thematisierte er nicht: Wo sind die 440 Kilogramm hochangereichertes Uran?

Sollte das Regime im Atomdossier wieder Aktivität zeigen, sagte Trump bloss, man werde brutal zuschlagen. «Wenn wir sehen, dass sie einen Schritt machen, selbst nur einen kleinen Schritt in diese Richtung, würden wir sie mit Raketen gnadenlos angreifen.»

Das klingt eher nach endlosem Krieg als nach einem baldigen Ende.

Ein Ziel hat Trump bislang nicht erreicht: die Kapitulation des Regimes, die er «bedingungslos» eingefordert hat.

Dass der Iran durch amerikanische und israelische Angriffe geschwächt werden könnte, das war klar. Die Kernfrage lautete indes: Wird das Regime an der Macht bleiben, oder zerbricht es im Bombenhagel?

Mit den fortlaufenden Raketenangriffen und der Blockade der Strasse von Hormus stellt die dezimierte Führungsriege in Teheran ihre Widerstandsfähigkeit unter Beweis.

Mit rhetorischem Make-up versuchte Trump, so zu klingen, als ob ein regime change stattgefunden habe.

«Wir haben nie von einem Regimewechsel gesprochen, aber es ist zu einem Regimewechsel gekommen, weil alle ihre ursprünglichen Führer gestorben sind. Sie sind alle tot.»

Das sind sie nicht. Das Regime zeigt, dass es sich auf hohe Verluste vorbereitet hat und dass mehrere Ebenen von Nachfolgern bereitstehen, den Lead zu übernehmen.

Der Tiger ist nicht tot. Dem Tiger wurden bloss die Zähne gezogen. Die aber wachsen offenbar rasch nach.

Im Landesinnern ist ein verwundeter Tiger noch gefährlicher. Mit seinem Sicherheitsapparat und fortlaufenden Exekutionen von Demonstranten, die mit Trommelwirbel im TV zelebriert werden, hält er das Volk in Schach. Die Chancen für einen echten regime change schwanken von minimal bis inexistent.

Für Trump, die Region und den Westen wird es keinen Sieg geben, solange die Mullahs an der Macht bleiben.

Solange sie an der Macht bleiben, haben sie gewonnen. Sie können ihr Überleben als Sieg verkaufen.

Abonnement
1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen
1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen
1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen
1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen
1. Start
2. Ihre Angaben
3. Abo prüfen
Startdatum: 02.04.2026
Mit der Bestellung akzeptieren Sie unsere AGBs.
Ihre Angaben
  • Dieses Feld dient zur Validierung und sollte nicht verändert werden.
  • Dieses Feld wird bei der Anzeige des Formulars ausgeblendet
  • Dieses Feld wird bei der Anzeige des Formulars ausgeblendet
    (Newsletter kann jederzeit wieder abbestellt werden)

Netiquette

Die Kommentare auf weltwoche.ch/weltwoche.de sollen den offenen Meinungsaustausch unter den Lesern ermöglichen. Es ist uns ein wichtiges Anliegen, dass in allen Kommentarspalten fair und sachlich debattiert wird.

Das Nutzen der Kommentarfunktion bedeutet ein Einverständnis mit unseren Richtlinien.

Scharfe, sachbezogene Kritik am Inhalt des Artikels, an Protagonisten des Zeitgeschehens oder an Beiträgen anderer Forumsteilnehmer ist erwünscht, solange sie höflich vorgetragen wird. Wählen Sie im Zweifelsfall den subtileren Ausdruck.

Unzulässig sind:

  • Antisemitismus / Rassismus
  • Aufrufe zur Gewalt / Billigung von Gewalt
  • Begriffe unter der Gürtellinie/Fäkalsprache
  • Beleidigung anderer Forumsteilnehmer / verächtliche Abänderungen von deren Namen
  • Vergleiche demokratischer Politiker/Institutionen/Personen mit dem Nationalsozialismus
  • Justiziable Unterstellungen/Unwahrheiten
  • Kommentare oder ganze Abschnitte nur in Grossbuchstaben
  • Kommentare, die nichts mit dem Thema des Artikels zu tun haben
  • Kommentarserien (zwei oder mehrere Kommentare hintereinander um die Zeichenbeschränkung zu umgehen)
  • Kommentare, die kommerzieller Natur sind
  • Kommentare mit vielen Sonderzeichen oder solche, die in Rechtschreibung und Interpunktion mangelhaft sind
  • Kommentare, die mehr als einen externen Link enthalten
  • Kommentare, die einen Link zu dubiosen Seiten enthalten
  • Kommentare, die nur einen Link enthalten ohne beschreibenden Kontext dazu
  • Kommentare, die nicht auf Deutsch sind. Die Forumssprache ist Deutsch.

Als Medium, das der freien Meinungsäusserung verpflichtet ist, handhabt die Weltwoche Verlags AG die Veröffentlichung von Kommentaren liberal. Die Prüfer sind bemüht, die Beurteilung mit Augenmass und gesundem Menschenverstand vorzunehmen.

Die Online-Redaktion behält sich vor, Kommentare nach eigenem Gutdünken und ohne Angabe von Gründen nicht freizugeben. Wir bitten Sie zu beachten, dass Kommentarprüfung keine exakte Wissenschaft ist und es auch zu Fehlentscheidungen kommen kann. Es besteht jedoch grundsätzlich kein Recht darauf, dass ein Kommentar veröffentlich wird. Über einzelne nicht-veröffentlichte Kommentare kann keine Korrespondenz geführt werden. Weiter behält sich die Redaktion das Recht vor, Kürzungen vorzunehmen.