In einer Rede vor den Jungsozialisten bezeichnete Arbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) ihren Auftritt beim Arbeitgebertag als «Schlüsselerlebnis», bei dem ihr klar geworden sei, «gegen wen wir gemeinsam kämpfen müssen»: nämlich gegen «die Herren in ihren bequemen Sesseln» und «im Massanzug», berichtet die Bild-Zeitung.
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Die Aussagen der Ministerin rufen nun eine breite Front an Unternehmerinnen und Unternehmern auf den Plan – vom Mittelständler bis zur Handwerksmeisterin. Jeanette Spanier-Stark, die mit ihrem Partner einen Gerüstbaubetrieb führt, warnt in der Bild vor einem «erschreckenden Unverständnis für die Realität von Mittelstand und Handwerk». Sie sieht in den Aussagen eine Verunglimpfung jener, «die Arbeitsplätze schaffen, Verantwortung tragen und täglich mitanpacken».
Ähnlich deutlich wird Jens Döring, Metzger aus Grimma: «Dass Frau Bas so etwas sagt, ist ein Armutszeugnis.» Statt mit Klassenkampf-Rhetorik zu polarisieren, solle sie «Lösung bei der Rente» liefern, die «tragbar und zukunftsfähig» sei. Auch Herbert Leonhart, Geschäftsführer eines Hamburger Farbwerks, kritisiert die Ministerin: «So etwas weiss jeder Auszubildende im zweiten Lehrjahr. Es geht um die Finanzierung des Systems und nicht darum, wer gegen wen!»
Aus dem Hotel- und Gastgewerbe, von Schaustellern, aus der Industrie – die Kritik zieht sich durch Branchen und Regionen. «Wir halten den Laden am Laufen», bringt es Schausteller Patrick Hausmann auf den Punkt. Und Porzellanunternehmer Daniel Jeschonowski mahnt: «Wer vom ‹Kampf› spricht, führt keinen Dialog, sondern spaltet.»