Die AfD ist die deutscheste aller Parteien. Niemand verkörpert, ja verinnerlicht, die nach wie vor nicht überwundene Spaltung des Landes in Ost und West besser als die Alternative.
Im Westen konservative CDU mit libertären Einsprengseln; im Osten «linker», mit Parallelen zum BSW.
Nirgendwo wird dies deutlicher als in der Aussenpolitik.
Ein Flügel, mit Wessi-Frau Beatrix von Storch als Galionsfigur, ist transatlantisch, verbunden mit den USA; der andere, repräsentiert vom Ossi Tino Chrupalla, befürwortet ein enges Verhältnis zu Russland und möchte die Amerikaner aus Deutschland hinauskomplimentieren.
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Seit Beginn des Iran-Krieges hat sein Flügel Oberwasser. Trumps Beliebtheitswerte sind nicht nur bei Amerikanern, sondern auch bei Deutschen unterirdisch. Auch andere europäische Rechtspopulisten rücken von ihm ab.
Bisher nützt der aussenpolitische Spagat der Partei, holt er doch Wähler auf beiden Seiten ab. Doch auf Dauer ist die Übung schmerzhaft oder gar selbstzerstörerisch – Rumpelstilzchen lässt grüssen.
Die AfD muss sich auf einen Mittelweg einigen – Westbindung und ein gutes Verhältnis zu Russland. Drängt sich schon aus Deutschlands geographischer Lage auf.
So schwer ist das nicht. Willy Brandt hat es mit seiner Ostpolitik vorgemacht.