Die 58-jährige Ökonomin María Corina Machado machte ihre Karriere als erfolgreiche Unternehmerin in der Privatwirtschaft. Doch die dreifache Mutter erkannte die Gefahr des anfänglich sehr populären sozialistischen Caudillos Hugo Chávez sehr früh. Bereits 2002 gründete sie eine politische Bewegung, welche die totalitäre Ausrichtung des «Socialismo del siglo XXI» denunzierte und bekämpfte.
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Seither ist die Frau eine bekannte Figur in der venezolanischen Politik. 2010 wurde sie mit der landesweit höchsten Stimmenzahl ins Parlament gewählt.
International bekannt wurde Machado, als sie als unbestrittene Anführerin der Opposition 2024 vom Maduro-Regime von den Wahlen ausgeschlossen wurde. Schon zuvor hatte das Narco-Regime in Caracas ihren Wahlkampf mit allen möglichen schmutzigen Tricks blockiert: Stromausfälle, Angriffe durch Schlägertrupps, Strassensperren. Erfolglos – Machado liess sich nicht unterkriegen. Und mit jedem Schnippchen, das sie ihren Verfolgern schlug, stieg ihre Popularität.
Machado war nicht die Einzige. Sobald ein Kandidat der Opposition an Popularität gewann, erklärte ihn das Regime für unwählbar, so dass am Schluss bloss noch der alte Berufsdiplomat Edmundo González Urrutia übrigblieb – ein ziemlich farbloser, miserabler Redner, dem Maduro keinen Sieg zutraute. Doch der Diktator irrte sich. Gonzalez machte von Anfang an klar, dass er anstelle von María Corina Machado angetreten war – und dass er unter ihrer Führung die Wiederherstellung der Demokratie in Venezuela vorantreiben wolle.
Edmundo González gewann die Präsidialwahlen im letzten August mit einer erdrückenden Zweidrittelmehrheit. Das lässt sich sauber beweisen, weil es der Opposition in einer kollektiven Parforce-Leistung gelang, die Protokolle von Tausenden elektronischen Wahlurnen sicherzustellen. Doch die Diktatur kehrte das Wahlresultat per Dekret kurzerhand in sein Gegenteil um und erklärte Maduro zum Wahlsieger. Während Maduros Verbündete – allen voran Russland, China, der Iran und Kuba – gratulierten, wird sein Regime von keinem westlichen demokratischen Land anerkannt.
Tausende von Regimegegnern wurden in Venezuela seither verhaftet und gefoltert, viele von ihnen gelten als «verschwunden» und sind kaum noch am Leben. Machado lebte in den letzten zwei Jahren mehr oder weniger in der Klandestinität. Dass sie noch lebt, grenzt an ein Wunder. Aber sie ist längst zu prominent, als dass man sie diskret aus der Welt schaffen könnte.