Der Geist Richelieus spricht: Eine machtpolitische Lektion für den Ukraine-Sumpf
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Der Geist Richelieus spricht: Eine machtpolitische Lektion für den Ukraine-Sumpf

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Ah, mes amis, ich bin es, Armand Jean du Plessis, Kardinal Richelieu, der alte Fuchs der europäischen Diplomatie, der Habsburgern und dem Heiligen Römischen Reich das Fürchten lehrte. Aus dem Jenseits blicke ich auf euren Ukraine-Krieg – dieses endlose Gemetzel, das nun ins fünfte Jahr geht, mit Verlusten, die an den Dreissigjährigen Krieg erinnern, nur mit Drohnen statt Musketen. Was würde ich sagen? Nun, lasst uns plaudern, in purer Realpolitik, ohne moralischen Firlefanz.

Der Geist Richelieus spricht: Eine machtpolitische Lektion für den Ukraine-Sumpf

Zuerst zur Lage: Im Februar 2026 schleift sich der Konflikt hin wie ein alter Streit unter Bourbonen. Russland hat Städte wie Pokrowsk erobert, ein Logistiknest mit 60.000 Seelen vor dem Krieg, aber was für ein Pyrrhussieg! Die Russen brauchten zwei Jahre für diesen Brocken, und nun stolpern sie weiter, mit Verlusten von über einer Million Toten und Verwundeten seit 2022 – kombiniert mit den Ukrainern auf dem Weg zu zwei Millionen bis zum Frühling. Mon dieu, was für ein Mangel an Effizienz! Putin bombardiert weiter mit Raketen und Drohnen, trifft Charkiw, Saporischschja, sogar Kiew – 39 Raketen und 420 Drohnen in einer Nacht, 25 Verletzte. Doch die Ukrainer schlagen zurück: Gegenangriffe bei Kupjansk, wo sie 183 Quadratkilometer zurückerobern, und in Olexandriwka und Huljajpole weitere 165 netto. Kein Patt, sondern Eskalation – Russland kann 2026 weitermachen, aber zu welchem Preis? Und jetzt Verhandlungen in Genf, vermittelt von den USA, mit Aussicht auf ein Treffen Selenskyj–Putin–Trump. Selenskyj spricht vom «Anfang vom Ende», Trump vom Stopp des «Tötens».

Was würde ich zu Russlands Position sagen? Putin, mon cher, Sie spielen mein Spiel: Balance der Mächte. Sie wollen keine Nato an Ihrer Grenze, wie ich keine Habsburger-Hegemonie wollte. Ich unterstützte Schweden und Protestanten gegen Katholiken – aus Staatsräson. Russland hat die Initiative, gewinnt langsam Terrain, aber im Schneckentempo: 15 bis 70 Meter pro Tag. Es ist ein Abnutzungskrieg, und Russland gewinnt, weil es mehr Fleisch in den Schredder wirft. Aber Vorsicht! Überdehnen Sie sich nicht, wie es einst die Habsburger taten. Ihre Wirtschaft knirscht, Wachstum nur 0,6 Prozent 2025, und ohne China keine Drohnen. Nehmen Sie, was Sie können – Donbass, vielleicht mehr –, aber lassen Sie Europa nicht zu sehr bluten, sonst wecken Sie alte Geister, schlafende Dämonen!

Die USA? Ah, die Neue-Welt-Mächtigen, unter Trump wieder «America first». Ich würde lachen: Endlich ein Präsident mit meinem Pragmatismus! Trump vermittelt, will den Krieg beenden, weil er keine strategischen Interessen sieht. Richtig, die USA haben den Fehler gemacht, ihre Nato zu erweitern, Russland zu provozieren. Nun ziehen sie sich zurück, lassen Europa hängen. Bravo, Trump – wie ich Frankreich stärkte, indem ich Allianzen brach. Aber passt auf: Wenn Russland zu stark wird, balanciert Amerika vielleicht mit China dagegen. Realpolitik ist ein Tanz, kein Marsch.

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