Das Blutbad am Strand von Bondi entstand nicht im luftleeren Raum. Es ist das Resultat eines gesellschaftlichen Klimas, in dem Aufrufe zur «Globalisierung der Intifada» als schutzwürdige Meinungsfreiheit legitimiert werden und geltendes Recht nur selektiv durchgesetzt wird.
Warnsignale wurden allzu lange übersehen, nicht ernst genommen oder aus Angst vor gesellschaftlichen Konflikten totgeschwiegen – mit der Folge, dass offener Judenhass heute als legitime Meinungsäusserung durchgeht.
Copyright 2025 The Associated Press. All rights reserved
Australien zeigt in aller Deutlichkeit, wohin dies führt: Am Tag nach dem Massaker vom 7. Oktober 2023, bei dem islamistische Extremisten binnen Stunden rund 1200 Menschen ermordeten und über 240 Männer, Frauen, Kinder und Alte in den Gazastreifen verschleppten, feierte man in Sydney – statt zu trauern oder sich zu empören. Während in Israel noch Tote geborgen wurden, feierten Demonstranten das Massaker – und entlarvten die dünne Fassade, hinter der sich westlicher Judenhass verbirgt. Die Szene wurde von den zuständigen Behörden nicht als das benannt, was sie war: ein offener Ausbruch eliminatorischen Judenhasses.
An der Kundgebung in der bevölkerungsreichsten Stadt Australiens skandierten am 8. Oktober Demonstranten Parolen wie «Gas the Jews» – ohne dass jemand festgenommen oder zur Rechenschaft gezogen wurde. Am darauffolgenden Tag versammelten sich erneut australische Muslime zu einer Demonstration, die auf Video dokumentiert ist. Diesmal riefen Teilnehmer «Where are the Jews?» und «F*ck the Jews». Erst ein nichtmuslimischer Aktivist griff ein und forderte sie auf, das Wort «Jews» nicht mehr zu verwenden – nicht aus moralischer Einsicht, sondern aus Sorge, Medienvertreter könnten die Parolen filmen und Muslime in ein schlechtes Licht rücken.
Nicht nur in Australien wird offen geäusserte Feindseligkeit gegenüber Juden toleriert, gesellschaftlich verharmlost oder stillschweigend hingenommen. Was in Sydney geschah, kann sich jederzeit überall auf der Welt wiederholen. Der Boden ist bereitet – in den USA, in Kanada, in Frankreich, in den Niederlanden, in Deutschland, in Grossbritannien, in Griechenland. Um nur einige zu nennen.
Bondi war kein Zufall und kein Einzelfall. Es war die vorhersehbare Folge eines politischen und kulturellen Klimas, in dem Judenhass relativiert, als «Kontext» schöngeredet und hinter moralischen Ausflüchten versteckt wird, auch in Medien und in der Politik. Wurden antijüdische Gewalttaten früher vor allem von Rechtsextremen verübt, gehen sie heute von radikalisierten Muslimen aus – getragen und legitimiert durch einen ideologischen Schulterschluss mit linken Antisemiten, die ihren Hass als «Antizionismus» tarnen und Gewalt nicht mehr eindeutig ächtend verurteilen. Wo dies toleriert wird, ist der nächste Angriff keine Frage des Ob, sondern des Wann.