Offiziell sind Staat und Religion in Deutschland zwar getrennt, aber das hat die Kirchen – katholisch wie protestantisch – noch nie gehindert, sich in politische Debatten einzumischen. Vor allem wenn Kernbereiche von Moral und Glauben berührt werden.
Eines dieser umstrittenen Themen ist die Abtreibung. Doch bei der Debatte um die dezidierte Haltung der für das Verfassungsgericht nominierten Juristin Frauke Brosius-Gersdorf blieb es bei beiden Konfessionen still.
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Noch dröhnender wurde das Schweigen, als Kanzler Friedrich Merz keine Probleme mit den unchristlichen Ansichten der radikalen Abtreibungsbefürworterin bekundete: Bis zur Geburt hat ein Mensch weder Rechte noch Würde.
Das geht an den Kern christlicher Lehre, aber weder Bischof Georg Bätzing noch Bischöfin Kirsten Fehrs haben auch nur den kleinen Finger für den Schutz ungeborenen Lebens erhoben.
Heisst das, dass auch sie eine solche Haltung mit ihrem Gewissen vereinbaren können? Oder sind sie einfach nur feige?