Unglaubliche Bilder erreichen uns von der Nato-Ostflanke. Tamara Funiciello steht in Achtungstellung auf dem Küstenwachenschiff «Turva». Ihren entschlossenen Blick hat die Feministin auf den finnischen Meeresbusen gerichtet, keine 170 Kilometer von der russischen Grenze entfernt. Das entspricht der Luftlinie von Bern, Funiciellos Heimatstadt, bis hinauf zum Bodensee. Die finnische Küstenwache hat die Bilder auf X veröffentlicht.
Funiciello ist Teil der Delegation, die mit dem Schweizer Verteidigungschef, Mitte-Bundesrat Martin Pfister, dieser Tage die Nato-Länder Finnland und Polen besucht. Bei den bilateralen Treffen stehe die Frage im Zentrum, «wie Staaten in unmittelbarer Nähe zu Russland und der Ukraine die Bedrohung wahrnehmen und welche konkreten Massnahmen sie ergreifen, um ihre Sicherheit und ihre Resilienz zu stärken», schreibt das Verteidigungsdepartement (VBS).
Die mitgereisten Parlamentarier sollen dabei prüfen, inwiefern sie «Rückschlüsse für die schweizerische Sicherheitspolitik» ziehen könnten. Bei Funiciello wäre es sinnvoller, Wasser in die Ostsee zu tragen. Die linksextreme Parlamentarierin hat aus ihrer Verachtung für militärischen Anliegen im Allgemeinen und für die schweizerische Armee im Besonderen nie einen Hehl gemacht. «Die Armee ist ein patriarchales, teures und unnötiges Hobby», schrieb sie zum 30-jährigen Bestehen der Gruppe Schweiz ohne Armee.
Dass Funiciello nun bei Pfisters Nato-Flirt mitmarschiert, entbehrt deshalb nicht einer gewissen Ironie. Die SP hat die Abschaffung der Armee nach wie vor in ihrem Parteiprogramm verbrieft. Solange Pfister an die Armee glaubt, wird er von Funiciello und Co. keine Hilfe erwarten dürfen, während die Linken den Mitte-Bundesrat längst auf ihrer Seite wissen, etwa wenn es um die EU-Verträge geht. Was der VBS-Chef von seiner Reise lernen kann: Wer zu Hause solche Freunde hat, braucht auf der Welt keine Feinde.