Er ist jung, eloquent und hat eine Mission: Zohran Mamdani will Bürgermeister von New York werden. Sich selbst sieht er als Vertreter einer Generation, die von unten kommt und Politik nicht länger als Elitenprojekt versteht.
Der 33-Jährige mit ugandisch-indischen Wurzeln wurde 1991 in Kampala geboren, wuchs in Südafrika auf und kam als Kind in die USA. «Von unten» stammt er selbst keineswegs: Seine Mutter ist Filmregisseurin, sein Vater Politikwissenschaftler.
Angelina Katsanis
Mamdani vertritt den 36. Wahlbezirk in Queens in der New York State Assembly und gehört dem linken Flügel der Demokraten an, den Democratic Socialists of America. Seine Themen sind bezahlbares Wohnen, kostenlose Busfahrten, städtische Supermärkte, höhere Unternehmenssteuern. Kurz: ein Programm für die «kleinen Leute» in der teuersten Stadt Amerikas.
Politisch verkauft er sich gern als Rebell mit einem Hauch Robin Hood. Seine Sprache ist einfach, direkt, mit einem Ton, der an Bernie Sanders erinnert, aber verbunden mit dem Charme der Jugendlichkeit. Ein Mann, der auch mal rappt und Tiktok versteht.
Mamdanis Wählerbasis sind junge Menschen, Einwanderer, die prekarisierte Mittelschicht. Kritiker werfen ihm Träumerei vor: Die Idee kostenloser Verkehrsmittel oder städtischer Lebensmittelläden sei wirtschaftlich naiv. Aber sein Appell gegen eine Politik, die den Reichen dient und die Stadt der Multimillionäre schützt, scheint bei vielen zu fruchten.
Wie viel davon authentisch ist und was eher strategisches Marketing, lässt sich schwer abschätzen. Seine Rolle spielt der Bürgermeisterkandidat aber bisher glänzend: die des Aktivisten anstelle eines glattpolierten Funktionärs.