Im Moment kommt gerade ein bisschen viel zusammen. Auf fast zwei Seiten feiert der Tages-Anzeiger den Zürcher FDP-Stadtratskandidaten Përparim Avdili ab, der es im gegenwärtigen Wahlkampf entgegen allen Widrigkeiten und verbreiteter innerparteilichen Skepsis wieder einmal allen zeige.
Avdili sei der «Gegenentwurf zu vielen Schweizer Politikern» und bei Rückschlägen immer wieder aufgestanden. Der Freisinnige mit kosovarischen Wurzeln wird als Hoffnung der Secondos, als leuchtendes Integrationsbeispiel vorgeführt. Er habe «einfach keinen Bock mehr», auf seine Herkunft reduziert zu werden, sagt Avdili. Die wenig souveräne, beleidigte Weise, wie er auf einen halbernst gemeinten Vorschlag eines Namenswechsels in der Weltwoche reagierte, zeugte allerdings nicht von einer besonders geglückten Integration.
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Kosovarische Erfolgsgeschichten, wie sie der Tages-Anzeiger gerne präsentiert, passen allerdings schlecht zu anderen zeitgleichen Nachrichten aus der Sparte «Unglück und Verbrechen». So hat soeben ein vierzigjähriger, polizeibekannter Kosovare ohne hiesigen Wohnsitz in Zürich einen 26-jährigen orthodoxen Juden mit Faustschlägen zusammengeschlagen. Auch nachdem zum Glück beherzte Passanten dazwischengegangen waren und den Täter überwältigt hatten, stiess er noch weitere antisemitische, beleidigende Hasstiraden aus. Sein geschocktes Opfer erlitt leichte Verletzungen.
Auch aus dem Aargau vernehmen wir Unerfreuliches. Dort wohnt in Saus und Braus in einem Haus mit Pool am Waldrand ein 57-jähriger gebürtiger Kosovare, dessen luxuriöser Lebensstil auf einem umfangreichen kriminellen System gründet. Während sechs Tagen beriet sich das Bezirksgericht Dietikon über den wegen Betrug, ungetreuer Geschäftsbesorgung, Urkundenfälschung, Geldwäscherei und weiteren Delikten Angeklagten. Der Kosovare hat illegal einen Covid-Kredit erschlichen und «ergaunerte Kredite im Zusammenhang mit einer Aargauer Bauruine» zweckwidrig verwendet.
Über den Einsturz des Betrugskonstrukts schreibt der Tages-Anzeiger: «Es ist der Moment, in dem ein kriminelles System aus Scheinfirmen, frisierten Bilanzen und missbräuchlich verwendeten Krediten in sich zusammenbricht.» Der Kosovare hat sich selber abwechselnd als Scheich, Imam oder Priester bezeichnet – mit einer angeblichen Gefolgschaft von mehreren Tausend Gläubigen in seiner Heimat. Im Lauf der Zeit gründete er Handelsfirmen, Gastrobetriebe und Immobilienunternehmen, kaufte sich einen Porsche Panamera, mehrere Mercedes und einen Hummer H2 Luxury.
Nun gibt es in der Schweiz zweifellos viele Beispiele einer bestens gelungenen Integration. Aber eben auch Gegenteiliges. Schönfärben sollte man nichts. Gemäss polizeilicher Kriminalstatistik waren die in der Schweiz niedergelassenen Kosovo-Albaner 227 Prozent krimineller als die Schweizer (inklusive Eingebürgerte). Diese Zahl ist ungerecht gegenüber den tatsächlichen Leistungsträgern mit kosovarischen Wurzeln. Sie beeinflusst allerdings wohl oder übel das «Image» dieser Ausländergruppe. Und mehr noch als trockene Prozente tun es die neusten Negativschlagzeilen aus Zürich und aus dem Aargau.