Die Deutsche Bahn hat im ersten Halbjahr 2025 ein Defizit von 760 Millionen Euro verbucht. Das Minus fällt zwar geringer aus als im Vorjahr (1,6 Milliarden Euro), bleibt aber deutlich. Der Staatskonzern sieht sich dennoch auf Kurs, bis Jahresende operativ wieder in die Gewinnzone zu gelangen, wie Bahnchef Richard Lutz der Bild-Zeitung erklärte. Der Umsatz stieg um 3,4 Prozent auf 13,3 Milliarden Euro – zu wenig, um die Erwartungen zu erfüllen.
BORIS ROESSLER / KEYSTONE
Positiv wirkt der Verkauf der Logistiktochter Schenker, der die Konzernschulden um 10,5 Milliarden Euro auf 22 Milliarden Euro senkte. Doch strukturelle Probleme bleiben. Besonders tief in den roten Zahlen steckt weiterhin DB Cargo: Die Gütersparte fuhr ein Minus von 96 Millionen Euro ein – trotz verbesserter operativer Ergebnisse. Laut EU-Vorgaben muss DB Cargo bis Ende 2026 profitabel sein, andernfalls droht eine Zerschlagung.
Der Personenverkehr wächst moderat: 943 Millionen Fahrgäste nutzten die Bahn im ersten Halbjahr – 24 Millionen mehr als 2024. Auch die Fernverkehrszahlen steigen leicht. Die Pünktlichkeit liegt bei 63,4 Prozent, das Ziel für 2025 lautet 65 Prozent. Um das zu erreichen, saniert der Konzern zentrale Strecken wie Frankfurt–Mannheim und ab August Berlin–Hamburg. Die Bundesregierung will mit einem 500-Milliarden-Euro-Fonds gegensteuern. Allein 20 Milliarden Euro sollen 2025 in die Bahninfrastruktur fliessen.