Die Zentralstelle für Sanktionsdurchsetzung (ZfS) hat die Konten der Ehefrau des sanktionierten Journalisten Hüseyin Dogru gesperrt. Dies berichtet die Berliner Zeitung. Demnach sind zwei Konten bei der Commerzbank «sichergestellt» worden, Verfügungen über Guthaben und eingehende Zahlungen seien untersagt.
Die ZfS begründet den Schritt damit, dass die Konten zur Umgehung der gegen Dogru verhängten EU-Sanktionen genutzt worden seien. Als Indiz nennt die Behörde unter anderem den Abschluss einer KFZ-Versicherung durch die Ehefrau für ein Fahrzeug, dessen Halter weiterhin Dogru ist. Auch frühere Überweisungen von Dogrus Konto auf das Konto seiner Frau kurz nach der Sanktionierung werden angeführt. Zudem verweist die Behörde auf familiäre und wirtschaftliche Verflechtungen.
Dogru schildert die Folgen als existenzbedrohend. «Aktuell verfügen wir über lediglich 104 Euro für unsere drei Kinder und uns beide. Zuvor war ich selbst nicht in der Lage, für meine Kinder zu sorgen. Jetzt kann niemand mehr für sie sorgen», sagte er der Berliner Zeitung. Die Familie kann nach eigenen Angaben weder Miete noch laufende Kosten bezahlen.
Auch sein Anwalt Alexander Gorski kritisiert die Massnahme. «Die behördliche Sicherstellung der Konten der Ehefrau von Herrn Dogru ist eine beispiellose Eskalation der Repression gegen Herrn Dogrus Familie», sagte er.
Dogru steht seit Mai 2025 auf einer EU-Sanktionsliste. Die EU wirft ihm vor, mit seiner journalistischen Arbeit «ethnische, politische und religiöse Zwietracht» zu schüren und «destabilisierende Aktivitäten Russlands» zu unterstützen. Dogru weist die Vorwürfe zurück.