«Russland blufft – es ist besiegbar», schreibt der Tages-Anzeiger aus Zürich in einem Leitartikel. Verfasst hat ihn die deutsche Journalistin Clara Lipkowski, die für T-online und die Süddeutsche Zeitung tätig war. Noch immer hängt sie der fatalen und völlig realitätsfremden Siegstrategie an, die vorgaukelt, die Atommacht Russland könne im Ukraine-Krieg besiegt werden.
Russian Defense Ministry Press Service/AP/Keystone, Screenshot Tages-Anzeiger
«Der Westen», so Lipkowski, als befänden wir uns immer noch im Kalten Krieg mit zwei erratischen Machtblöcken, müsse nur «die Schwachstellen im System Putins in den Fokus nehmen». Dann sei Russland besiegbar. «Russland muss in die Knie gezwungen werden, damit die Ukraine überleben kann», so Lipowskis Logik, die sie natürlich nicht selbst erdacht hat, sondern die so oder ähnlich seit Jahren auch von der EU-Spitze, von einer Ursula von der Leyen oder einer Kaja Kallas, vorgebracht wird.
Dann macht die Deutsche in Diensten der Schweizer Zeitung der neutralen Eidgenossenschaft Vorschriften, wie sie sich gegenüber dem Krieg und den Kriegsparteien zu verhalten habe. «Europa, einschliesslich der Schweiz, muss die Sanktionen präziser gestalten und ausweiten.»
Im Klartext: Die Schweiz soll sich noch stärker im Wirtschaftskrieg gegen Russland engagieren und noch weitergehende EU-Sanktionen eins zu eins übernehmen.
Nein, das muss die Schweiz nicht. Ganz im Gegenteil. Auch die Teilnahme an Sanktionen ist Krieg, Wirtschaftskrieg, und verträgt sich schlecht mit der integralen Neutralität. Als Uno-Mitglied müsste die Schweiz Uno-Sanktionen übernehmen. Aber nicht Sanktionen irgendwelcher fremder Machtblöcke, die sich als Partei positionieren. Dass eine Deutsche Wert und Wesen der schweizerischen Neutralität erkennt, ist offensichtlich zu viel verlangt.