Immer mehr deutsche Ausbildungsbetriebe schlagen Alarm: Bewerberinnen und Bewerber bringen oft nicht einmal die sprachlichen Grundlagen für eine Berufsausbildung mit. Das zeigt die aktuelle Ausbildungsumfrage der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK), über die die Bild-Zeitung berichtet.
Demnach klagen fast 50 Prozent der befragten Betriebe über gravierende Schwächen beim mündlichen und schriftlichen Ausdrucksvermögen der Jugendlichen. «Eine Herausforderung sind weiterhin die Schwächen vieler Bewerber bei entscheidenden Kompetenzen», sagte Achim Dercks, stellvertretender DIHK-Hauptgeschäftsführer, in der Bild-Zeitung. «Fast jeder zweite Betrieb berichtet von Defiziten im mündlichen und schriftlichen Ausdrucksvermögen.»
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Bemerkenswert: Immer weniger junge Menschen entscheiden sich für eine Ausbildung – die Zahl der Schulabgänger sinkt, gleichzeitig zieht es viele an die Universitäten. Besonders kleinere und mittlere Unternehmen beklagen, dass sie teils überhaupt keine Bewerbungen mehr erhalten.
Mit dramatischen Folgen: Ausbildungsplätze bleiben unbesetzt, Fachkräftenachwuchs fehlt, und die Konkurrenz unter den Unternehmen wächst. Dercks fordert daher ein Umdenken in Bildungspolitik und Gesellschaft: «Die Unternehmen müssen sich darauf verlassen können, dass die potenziellen Azubis die Basics mitbringen, die sie für einen erfolgreichen Start in die Ausbildung brauchen.»