«Asyl-Zahlen rauschen runter», jubelt dieser Tage die deutsche Zeitung Bild. Die Zahl der Asylanträge ist gegenüber dem Vorjahresmonat um rund 55 Prozent gesunken – konkret waren es 8823 Gesuche statt 19.785 im Oktober des Vorjahres.
Innenminister Alexander Dobrindt (CSU) sagt dazu: «Unsere Migrationswende wirkt.» Für einmal kann man die Nachbarn im Norden nur beneiden.
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Erstens macht die Regierung Deutschlands klar, dass sie weniger Asylmigration will. Ein klares Signal, das man vom Bundesrat – insbesondere von Flüchtlingsminister Beat Jans (SP) – nie zu hören bekommt.
Und zweitens: 2025 wurden in der Schweiz bis Ende September 18.877 Asylgesuche verzeichnet. Deutschland zählte im gleichen Zeitraum 124.410. Das heisst rund 6,5-mal mehr. Deutschland hat jedoch über neunmal mehr Einwohner. Die Eidgenossenschaft wickelt heute im Verhältnis deutlich mehr Asylgesuche ab als Deutschland.
In der Asylpolitik zeigt sich exemplarisch, was politische Steuerung bewirken kann. Die Deutschen ziehen die Zügel an – beispielsweise Grenzkontrollen. Die Schweiz hingegen lässt die Zügel schleifen – Stichwort Gaza-Kinder.
Gut möglich, dass das Land bald zum europäischen Hotspot der Asylmigration wird.