Fast drei Viertel der Deutschen halten den Staat nicht mehr für fähig, seine Aufgaben zu erfüllen. Dies ist das Ergebnis einer aktuellen Umfrage des Instituts Forsa im Auftrag des Beamtenbundes «dbb», wie die Bild-Zeitung berichtet. Mit 73 Prozent ist das Misstrauen so hoch wie nie zuvor – und liegt nochmals über den Vorjahreswerten von 66 bis 70 Prozent.
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Die Hauptursache für den Vertrauensverlust sehen die Befragten in der Asyl- und Flüchtlingspolitik, die von 30 Prozent als grösstes Problem genannt wurde. Danach folgen soziale Sicherheit und Rentenfragen (16 Prozent), das Bildungssystem (15 Prozent), Steuer- und Finanzpolitik (13 Prozent), die innere Sicherheit (12 Prozent) sowie das Gesundheitswesen (11 Prozent).
Die Skepsis ist regional und bildungsabhängig unterschiedlich stark ausgeprägt: Im Osten trauen nur 17 Prozent dem Staat Handlungsfähigkeit zu, im Westen immerhin 24 Prozent. Menschen mit Hauptschulabschluss zeigen mit 16 Prozent besonders wenig Vertrauen, bei Akademikern sind es auch nur 29 Prozent.
Von der neuen schwarz-roten Bundesregierung erwartet die Bevölkerung keine nennenswerte Verbesserung. Laut Bild glauben nur gut 20 Prozent, dass sie die Leistungsfähigkeit des Staates steigern kann – 70 Prozent rechnen mit Stillstand.