Deutschlands Gasspeicher auf Tiefstand: Experten warnen vor Versorgungsengpass, Bundesregierung zeigt sich unbesorgt
Suchbegriff

Die Weltwoche bietet tägliche Analysen, exklusive Berichte und kritische Kommentare zu Politik, Wirtschaft und Kultur.

Konto Anmelden
Abonnemente
Jedes Abo eine Liebeserklärung an die Meinungsvielfalt.
AboDigital
Für alle, die Online lesen wollen
Alle Artikel online lesen
E-Paper inklusive
App (iOS & Android)
AboPrint & Digital
Printausgabe & digital jederzeit dabei
Wöchentliche Printausgabe
Alle Artikel online lesen
E-Paper inklusive
App (iOS & Android)
Sind Sie noch nicht überzeugt? Details zu den Abos
Die Weltwoche

Deutschlands Gasspeicher auf Tiefstand: Experten warnen vor Versorgungsengpass, Bundesregierung zeigt sich unbesorgt

Anhören ( 1 min ) 1.0× +
Deutschlands Gasspeicher auf Tiefstand: Experten warnen vor Versorgungsengpass, Bundesregierung zeigt sich unbesorgt
Deutschlands Gasspeicher auf Tiefstand: Experten warnen vor Versorgungsengpass, Bundesregierung zeigt sich unbesorgt
0:00 -0:00
1.0×
100%
Mehr ▾

Der europäische Gaspreis ist im Januar stark gestiegen. Eine Megawattstunde kostete zuletzt rund 42 Euro – das sind 36 Prozent mehr als zu Monatsbeginn. Als ein Grund gelten laut Focus geringere Lieferungen aus den USA: Wegen extremer Kälte wird dort mehr Flüssiggas im eigenen Land verbraucht, weniger gelangt nach Europa.

MATTHIAS HIEKEL / KEYSTONE
epa01593305 Engineer Erik Schoenfelder examines the filtration plant of the gas compression station by German natural gas importer VNG in Saya, Germany, 08 January 2009
MATTHIAS HIEKEL / KEYSTONE

Gleichzeitig sinken die Füllstände der deutschen Gasspeicher schneller als erwartet. Ende Januar lag der bundesweite Wert bei nur noch 34 Prozent – ein Niveau, das zuletzt im Winter 2022 erreicht wurde, als der Ausfall russischer Gaslieferungen nach Kriegsbeginn in der Ukraine zu Engpässen führte.

Der Verband der Gas- und Wasserstoffwirtschaft schlägt Alarm: «Leere Gasspeicher sind wie eine Versicherung ohne Deckung», warnte Verbandschef Timm Kehler gegenüber Bild. Die Speicher seien für kalte Winter unerlässlich, trotz neuer LNG-Importkapazitäten etwa aus den USA oder Norwegen. Im Vergleich dazu lag der Füllstand Ende Januar 2025 noch bei 58 Prozent, 2024 sogar bei 76 Prozent.

Energieökonom Andreas Löschel rechnet vor, dass die derzeitige Nutzung der LNG-Terminals bei rund 60 Prozent liegt. Sollte es kälter werden, müssten sie nahezu voll ausgelastet betrieben werden, um ein Absinken der Speicherstände auf ein kritisches Niveau von 10 Prozent zu verhindern. Auch Klaus Müller von der Bundesnetzagentur mahnt zur Vorbereitung auf den Winter 2026/2027: «Deutschland wird mit niedrigen Füllständen aus diesem Winter gehen». Für Anfang Februar prognostizieren Wetterdienste nächtliche Tiefstwerte bis zu minus zehn Grad, was die Heiznachfrage weiter antreiben dürfte.

Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) sieht hingegen keinen akuten Handlungsbedarf. Auf einer Reise in Saudi-Arabien erklärte sie laut Zeit online: «Sorgen sind nicht angebracht.» Die Versorgung sei abgesichert durch Möglichkeiten zum Import von Flüssiggas. Die Ministerin verweist auf die hohe Importkapazität der LNG-Terminals und das kontinuierliche Monitoring der Situation. Man beobachte die Lage täglich, versicherte Reiche. Ihrer Einschätzung nach sei Deutschland trotz winterlicher Kältewelle gut aufgestellt: «Ich bin überzeugt, dass das Land gut durch den Winter kommt.»

Abonnement
1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen
1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen
1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen
1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen
1. Start
2. Ihre Angaben
3. Abo prüfen
Startdatum: 01.04.2026
Mit der Bestellung akzeptieren Sie unsere AGBs.
Ihre Angaben
  • Dieses Feld dient zur Validierung und sollte nicht verändert werden.
  • Dieses Feld wird bei der Anzeige des Formulars ausgeblendet
  • Dieses Feld wird bei der Anzeige des Formulars ausgeblendet
    (Newsletter kann jederzeit wieder abbestellt werden)

Netiquette

Die Kommentare auf weltwoche.ch/weltwoche.de sollen den offenen Meinungsaustausch unter den Lesern ermöglichen. Es ist uns ein wichtiges Anliegen, dass in allen Kommentarspalten fair und sachlich debattiert wird.

Das Nutzen der Kommentarfunktion bedeutet ein Einverständnis mit unseren Richtlinien.

Scharfe, sachbezogene Kritik am Inhalt des Artikels, an Protagonisten des Zeitgeschehens oder an Beiträgen anderer Forumsteilnehmer ist erwünscht, solange sie höflich vorgetragen wird. Wählen Sie im Zweifelsfall den subtileren Ausdruck.

Unzulässig sind:

  • Antisemitismus / Rassismus
  • Aufrufe zur Gewalt / Billigung von Gewalt
  • Begriffe unter der Gürtellinie/Fäkalsprache
  • Beleidigung anderer Forumsteilnehmer / verächtliche Abänderungen von deren Namen
  • Vergleiche demokratischer Politiker/Institutionen/Personen mit dem Nationalsozialismus
  • Justiziable Unterstellungen/Unwahrheiten
  • Kommentare oder ganze Abschnitte nur in Grossbuchstaben
  • Kommentare, die nichts mit dem Thema des Artikels zu tun haben
  • Kommentarserien (zwei oder mehrere Kommentare hintereinander um die Zeichenbeschränkung zu umgehen)
  • Kommentare, die kommerzieller Natur sind
  • Kommentare mit vielen Sonderzeichen oder solche, die in Rechtschreibung und Interpunktion mangelhaft sind
  • Kommentare, die mehr als einen externen Link enthalten
  • Kommentare, die einen Link zu dubiosen Seiten enthalten
  • Kommentare, die nur einen Link enthalten ohne beschreibenden Kontext dazu
  • Kommentare, die nicht auf Deutsch sind. Die Forumssprache ist Deutsch.

Als Medium, das der freien Meinungsäusserung verpflichtet ist, handhabt die Weltwoche Verlags AG die Veröffentlichung von Kommentaren liberal. Die Prüfer sind bemüht, die Beurteilung mit Augenmass und gesundem Menschenverstand vorzunehmen.

Die Online-Redaktion behält sich vor, Kommentare nach eigenem Gutdünken und ohne Angabe von Gründen nicht freizugeben. Wir bitten Sie zu beachten, dass Kommentarprüfung keine exakte Wissenschaft ist und es auch zu Fehlentscheidungen kommen kann. Es besteht jedoch grundsätzlich kein Recht darauf, dass ein Kommentar veröffentlich wird. Über einzelne nicht-veröffentlichte Kommentare kann keine Korrespondenz geführt werden. Weiter behält sich die Redaktion das Recht vor, Kürzungen vorzunehmen.