Deutschlands Gasspeicher ungewöhnlich leer: Die Risiken für Industrie und Preise wachsen
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Deutschlands Gasspeicher ungewöhnlich leer: Die Risiken für Industrie und Preise wachsen

Die deutschen Gasspeicher sind so leer wie seit Jahren nicht mehr. Ende Dezember lag der Füllstand bei 58,7 Prozent und damit deutlich unter dem EU-Durchschnitt. Bereits im September betrug er nur 77 Prozent – der niedrigste Wert zu diesem Zeitpunkt seit 2011.

HENDRIK SCHMIDT / KEYSTONE
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HENDRIK SCHMIDT / KEYSTONE

Zwar wurde der gesetzlich vorgeschriebene Mindestfüllstand von 70 Prozent zum 1. November erreicht, doch im Vergleich zu den Vorjahren zeigt sich eine deutlich angespanntere Ausgangslage. Das ergibt eine Analyse des Portals Apollo News.

Während die Bundesnetzagentur die Versorgung für Privathaushalte vorerst als gesichert einstuft, bleibt die strukturelle Lage fragil. Deutschland hat sich nach dem Wegfall russischer Lieferungen auf kurzfristige Importe aus Norwegen, Belgien, den Niederlanden sowie auf Flüssiggas (LNG) verlegt. LNG sollte eine Schlüsselrolle spielen, bleibt jedoch hinter den Erwartungen zurück: Die bestehenden Terminals sind nur teilweise ausgelastet und deckten 2024 lediglich rund 8 Prozent der Gasimporte.

Zusätzliche Unsicherheit entsteht durch internationale Abhängigkeiten. Katar verweigert langfristige Lieferverträge wegen der EU-Vorgaben aus dem Lieferkettengesetz. Gleichzeitig beschliesst die EU einen Importstopp für russisches LNG ab 2026. Damit wächst die Abhängigkeit von teurem US-Flüssiggas – ein politisch wie ökologisch umstrittener Kurs.

Besonders problematisch ist die Lage für die Industrie. Sinkende Speicherstände könnten massive wirtschaftliche Schäden verursachen. Eine Studie des Versorgers Uniper warnt: Bei niedrigen Füllständen drohen volkswirtschaftliche Verluste in zweistelliger Milliardenhöhe. Die Folgen für Preise, Wettbewerbsfähigkeit und Versorgungssicherheit seien unberechenbar.

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