Deutschlands Pflegekassen steuern auf ein neues Milliardenloch zu: Bereits 2024 verzeichnete die gesetzliche Pflegeversicherung ein Defizit von 1,54 Milliarden Euro. Für das laufende Jahr drohen weitere Verluste – und damit die nächste Beitragserhöhung. Das berichtet Bild-Zeitung.
In einem Appell an den designierten Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) fordert BKK-Dachverbands-Chefin Anne-Kathrin Klemm schnelles Handeln: «Bei der Pflegeversicherung muss die neue Regierung sofort handeln. Die finanzielle Stabilität der Pflegeversicherung steht auf dem Spiel.» Schon in den kommenden Monaten könnten weitere Pflegekassen in Schieflage geraten. Eine Erhöhung des Beitragssatzes um 0,15 bis 0,2 Prozentpunkte sei «dringend notwendig», so Klemm.
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Aktuell liegt der Beitragssatz bei 3,6 Prozent – er war erst zu Jahresbeginn um 0,2 Punkte gestiegen. Weitere Anhebungen träfen direkt die Beitragszahler: Bei einem Bruttolohn von 3500 Euro kämen bis zu 42 Euro Mehrbelastung im Jahr hinzu.
Gleichzeitig fordert die BKK-Chefin eine Entlastung der Versicherten durch Steuermittel. Versicherungsfremde Leistungen und pandemiebedingte Mehrausgaben müssten künftig aus dem Bundeshaushalt gedeckt werden. Die Zeit dränge, warnte Klemm: «Es muss sich etwas ändern, denn die Beitragszahlenden können nicht dauerhaft für die gesamtgesellschaftlichen Ausgaben einspringen».