Diagnose Long Covid: Warum Deutschland sich nicht von der Pandemie lösen kann
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Diagnose Long Covid: Warum Deutschland sich nicht von der Pandemie lösen kann

Erinnern Sie sich an die japanischen Soldaten, die noch bis in die 1970er Jahre im Dschungel auf den Philippinen auf Kriegsposten blieben, weil sie nicht mitbekommen hatten und nicht glauben wollten, dass der Zweite Weltkrieg vorbei war?

Sieht man sich die Vorkämpfer der deutschen Corona-Front an, insbesondere Gesundheitsminister Karl Lauterbach, so kann man hier durchaus gewisse Parallelen sehen. Der Sozialdemokrat, Drosten und Co. kämpfen weiter gegen das Virus, so, als hätten die meisten Länder ihre Massnahmen nicht längst eingestellt.

BERND VON JUTRCZENKA / KEYSTONE
19 May 2022, Berlin: Karl Lauterbach (SPD), Federal Minister of Health, comments after the joint working session of the health and development ministers of the G7 countries in the Red City Hall
BERND VON JUTRCZENKA / KEYSTONE

Die deutsche Gesundheitsministerkonferenz fordert bereits das Vorbereiten neuer Massnahmen im Herbst. Lauterbach schwadroniert von Hunden, die das Virus erschnüffeln könnten, ja sogar unterschiedliche Varianten, und die man etwa am Flughafen zum Schnüffeleinsatz senden könnte.

Zuvor weigerte sich der Minister, EU-Empfehlungen zum Ende der Maskenpflicht in Flugzeugen umzusetzen, und warnte, durch das Virus drohten «sehr deutliche Einschränkungen der Denkfähigkeit».

Es wirkt so, als ob der Sozialdemokrat verzweifelt dagegen kämpft, aus der Rolle des «nationalen Retters» wieder in die Rolle zurückzufallen, die er vor Corona hatte: eines kaum beachteten Hinterbänklers im Bundestag.
Doch allein könnte der Minister nicht derart den Ton angeben.

Seine Dauer-Panikmache gedeiht auf einem fruchtbaren Boden: dem der «German Angst». Eines Landes, das seine Traumata offenbar bis heute psychisch noch nicht ausreichend aufgearbeitet hat.

Und das in der Krise auf erschreckende Weise wieder in alte Verhaltensweisen zurückfällt. So kommen längst überwunden geglaubte autoritäre Züge wieder zum Vorschein. Verbunden mit Sehnsucht nach einer Führungsfigur – und dem Hinterherrennen hinter einem psychisch auffälligen Politiker wie Lauterbach.

Dass ausgerechnet in Berlin die Virusbekämpfung zu einer regelrechten Schlacht wird, in der man bis zum Letzten kämpfen will, ist tragikomisch. Und man kann nur hoffen, dass dieses Phänomen bald überwunden und Gegenstand einer neuen Vergangenheits-Bewältigung sein wird.

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