Der Bundesrat hat verkündet, er wolle allfällig 2038 stattfindende Olympische und Paralympische Winterspiele mit 200 Millionen Franken unterstützen. Eine weitergehende Defizitgarantie schliesst er explizit aus. Nun decken diese 200 Millionen wohl noch nicht einmal die Sicherheitsauflagen an den vielen vorgesehenen Veranstaltungsorten in allen Landesteilen der Schweiz.
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Das weiss der Bundesrat ganz genau. Und die von ihm angegebenen finanziellen Eckwerte sowie die Versicherung, er unterstütze den sportlichen Grossanlass, können nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Landesregierung keine Begeisterung aufbringt.
Zum Vergleich: Als Ueli Maurer 2013 Sportminister war, wollte er von Seiten des Bundes eine runde Milliarde Franken für Olympische Winterspiele 2022 in Graubünden bereitstellen. Die Stimmbürger bereiteten dann dem Projekt die angemessene Beerdigung.
Angesichts des Spardrucks, der Ausgabenbremse, der Aufstockung des Armeebudgets und der notwendigen Finanzierung der Sozialwerke inklusive 13. AHV-Rente ist die bundesrätliche Zurückhaltung spürbar. Namentlich Finanzministerin Karin Keller-Sutter dürfte kaum Interesse an weiteren Bundesausgaben haben.
Die Organisatoren der geplanten Monsterspiele sprechen davon, dass die Schweiz jetzt bis Ende 2027 Zeit erhalten habe, ihre Kandidatur zu entwickeln – und zwar «exklusiv». Das Internationale Olympische Komitee (IOK) habe unserem Land einen «privilegierten Dialog» zugesichert.
Im Klartext heisst «exklusiv» und «privilegierter Dialog»: Es mangelt an anderen Kandidaturen, es mangelt schlicht an Interessenten. Das IOK ist darum nichts anderes als ein Bittsteller. Der Grund liegt am eng begrenzten internationalen Interesse an Olympischen Winterspielen. Auch hat sich mittlerweile herumgesprochen, welch horrende Summen auf die Veranstalter zukommen. Davon dürfte auch der Bundesrat Wind bekommen haben. Um jetzt auch entsprechend zurückhaltend zu reagieren.