Die aktuelle Erdöl- und Gaskrise entlarvt einen linken Mythos: Hohe Energiepreise führen nicht zu einem Rückgang der Nachfrage, sondern direkt in die Rezession
Suchbegriff

Die Weltwoche bietet tägliche Analysen, exklusive Berichte und kritische Kommentare zu Politik, Wirtschaft und Kultur.

Konto Anmelden
Abonnemente
Jedes Abo eine Liebeserklärung an die Meinungsvielfalt.
AboDigital
Für alle, die Online lesen wollen
Alle Artikel online lesen
E-Paper inklusive
App (iOS & Android)
AboPrint & Digital
Printausgabe & digital jederzeit dabei
Wöchentliche Printausgabe
Alle Artikel online lesen
E-Paper inklusive
App (iOS & Android)
Sind Sie noch nicht überzeugt? Details zu den Abos
Die Weltwoche

Die aktuelle Erdöl- und Gaskrise entlarvt einen linken Mythos: Hohe Energiepreise führen nicht zu einem Rückgang der Nachfrage, sondern direkt in die Rezession

Anhören ( 2 min ) 1.0× +
Die aktuelle Erdöl- und Gaskrise entlarvt einen linken Mythos: Hohe Energiepreise führen nicht zu einem Rückgang der Nachfrage, sondern direkt in die Rezession
Die aktuelle Erdöl- und Gaskrise entlarvt einen linken Mythos: Hohe Energiepreise führen nicht zu einem Rückgang der Nachfrage, sondern direkt in die Rezession
0:00 -0:00
1.0×
100%
Mehr ▾

Sozialisten haben keine Ahnung von Ökonomie, erkannte schon Nobelpreisträger Friedrich August von Hayek, sonst wären sie keine Sozialisten. Was nicht heisst, dass sich die Linken bisweilen nicht auf die Gesetze der Marktwirtschaft berufen. Aber nur, wenn es ihnen gerade in den Kram passt. Zum Beispiel bei der Besteuerung fossiler Brennstoffe. Durch Lenkungsabgaben soll die Energie künstlich verteuert werden, wodurch man sich einen Rückgang der Nachfrage verspricht.

Marcus Brandt/DPA/Keystone
Sonne über dem Container Terminal Burchardkai im Hamburger Hafen (Symbolbild)
Marcus Brandt/DPA/Keystone

Der aktuelle Anstieg von Öl- und Gaspreisen entlarvt diese Theorie als Wunschdenken. Bloss weil die Treibstoffpreise 10 oder auch 20 Prozent teurer wurden, fahren die wenigsten mit dem Velo zur Arbeit. Kaum jemand ist bereit, wegen der hohen Gasrechnung im Winter zu frieren. Und auf den Computer, Strandurlaub, ein warmes Essen oder die Waschmaschine verzichtet erst recht keiner.

Würde der Ausgleich von Angebot und Nachfrage im Energiesektor beim Privatkonsum funktionieren, wären die Preissprünge nicht so hoch. Doch die Menschen verpuffen Energie nicht zum Vergnügen, sondern weil sie damit primäre Bedürfnisse decken, ohne die eine moderne Zivilisation undenkbar wäre. Wenn Einsparungen nötig sind – und das ist für viele der Fall, wenn die Energiepreise steigen –, stellen sie weniger dringende Ausgaben zurück. Kurzum: Es wird weniger konsumiert und investiert.

Die Folgen für die Wirtschaft sind fatal. Das Sparpotenzial ist längst ausgereizt. Wo dies möglich ist, führen hohe Energiepreise zu einer Verlagerung der Produktion in Länder, wo diese günstiger sind. Jene Bereiche, in denen dies nicht möglich ist, verlieren ihre Wettbewerbsfähigkeit und verkümmern mittelfristig. Der Rückgang des Privatkonsums beschleunigt diesen Prozess. Das Resultat nennt sich Rezession. Eine Rezession ist zwar ein sehr effizienter Weg, um den Energieverbrauch zu drosseln. Denn den Löwenanteil des Energiebedarfs verschlingt nach wie vor die Wirtschaft. Doch in einer Rezession kümmert sich kein Mensch mehr um Eisbären und das Gletschersterben.

Was die islamisch-grünen Ajatollahs in Teheran und die links-grünen Ajatollahs in Berlin, Bern oder Brüssel betreiben, hat die gleichen Folgen. Hohe Energiepreise sorgen von jeher für Elend. Das war schon so, als die Förderländer im Zuge des Jom-Kippur-Krieges 1973 die Welt in eine Ölkrise stürzten. Deutschland und die Schweiz reagierten, indem sie den Bau von Kernkraftwerken massiv vorantrieben. Fünfzehn Jahre später deckte Deutschland einen Drittel seines Strombedarfs durch saubere AKW, die Schweiz gar über 40 Prozent. Frankreich stellte innerhalb eines Jahrzehnts fast seine ganze Versorgung auf sauberen, sicheren und preisgünstigen Atomstrom um. Von solchen Erfolgsgeschichten kann das Windmühlen-Europa heute nur noch wehmütig träumen.

Abonnement
1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen
1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen
1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen
1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen
1. Start
2. Ihre Angaben
3. Abo prüfen
Startdatum: 07.04.2026
Mit der Bestellung akzeptieren Sie unsere AGBs.
Ihre Angaben
  • Dieses Feld dient zur Validierung und sollte nicht verändert werden.
  • Dieses Feld wird bei der Anzeige des Formulars ausgeblendet
  • Dieses Feld wird bei der Anzeige des Formulars ausgeblendet
    (Newsletter kann jederzeit wieder abbestellt werden)

Netiquette

Die Kommentare auf weltwoche.ch/weltwoche.de sollen den offenen Meinungsaustausch unter den Lesern ermöglichen. Es ist uns ein wichtiges Anliegen, dass in allen Kommentarspalten fair und sachlich debattiert wird.

Das Nutzen der Kommentarfunktion bedeutet ein Einverständnis mit unseren Richtlinien.

Scharfe, sachbezogene Kritik am Inhalt des Artikels, an Protagonisten des Zeitgeschehens oder an Beiträgen anderer Forumsteilnehmer ist erwünscht, solange sie höflich vorgetragen wird. Wählen Sie im Zweifelsfall den subtileren Ausdruck.

Unzulässig sind:

  • Antisemitismus / Rassismus
  • Aufrufe zur Gewalt / Billigung von Gewalt
  • Begriffe unter der Gürtellinie/Fäkalsprache
  • Beleidigung anderer Forumsteilnehmer / verächtliche Abänderungen von deren Namen
  • Vergleiche demokratischer Politiker/Institutionen/Personen mit dem Nationalsozialismus
  • Justiziable Unterstellungen/Unwahrheiten
  • Kommentare oder ganze Abschnitte nur in Grossbuchstaben
  • Kommentare, die nichts mit dem Thema des Artikels zu tun haben
  • Kommentarserien (zwei oder mehrere Kommentare hintereinander um die Zeichenbeschränkung zu umgehen)
  • Kommentare, die kommerzieller Natur sind
  • Kommentare mit vielen Sonderzeichen oder solche, die in Rechtschreibung und Interpunktion mangelhaft sind
  • Kommentare, die mehr als einen externen Link enthalten
  • Kommentare, die einen Link zu dubiosen Seiten enthalten
  • Kommentare, die nur einen Link enthalten ohne beschreibenden Kontext dazu
  • Kommentare, die nicht auf Deutsch sind. Die Forumssprache ist Deutsch.

Als Medium, das der freien Meinungsäusserung verpflichtet ist, handhabt die Weltwoche Verlags AG die Veröffentlichung von Kommentaren liberal. Die Prüfer sind bemüht, die Beurteilung mit Augenmass und gesundem Menschenverstand vorzunehmen.

Die Online-Redaktion behält sich vor, Kommentare nach eigenem Gutdünken und ohne Angabe von Gründen nicht freizugeben. Wir bitten Sie zu beachten, dass Kommentarprüfung keine exakte Wissenschaft ist und es auch zu Fehlentscheidungen kommen kann. Es besteht jedoch grundsätzlich kein Recht darauf, dass ein Kommentar veröffentlich wird. Über einzelne nicht-veröffentlichte Kommentare kann keine Korrespondenz geführt werden. Weiter behält sich die Redaktion das Recht vor, Kürzungen vorzunehmen.