Die KI-Party endet, der Bitcoin brennt, der Franken bleibt stoisch: An den Märkten schlägt die Stunde der Nüchternheit
Suchbegriff

Die Weltwoche bietet tägliche Analysen, exklusive Berichte und kritische Kommentare zu Politik, Wirtschaft und Kultur.

Konto Anmelden
Abonnemente
Jedes Abo eine Liebeserklärung an die Meinungsvielfalt.
AboDigital
Für alle, die Online lesen wollen
Alle Artikel online lesen
E-Paper inklusive
App (iOS & Android)
AboPrint & Digital
Printausgabe & digital jederzeit dabei
Wöchentliche Printausgabe
Alle Artikel online lesen
E-Paper inklusive
App (iOS & Android)
Sind Sie noch nicht überzeugt? Details zu den Abos
Die Weltwoche

Die KI-Party endet, der Bitcoin brennt, der Franken bleibt stoisch: An den Märkten schlägt die Stunde der Nüchternheit

Anhören ( 1 min ) 1.0× +
Die KI-Party endet, der Bitcoin brennt, der Franken bleibt stoisch: An den Märkten schlägt die Stunde der Nüchternheit
Die KI-Party endet, der Bitcoin brennt, der Franken bleibt stoisch: An den Märkten schlägt die Stunde der Nüchternheit
0:00 -0:00
1.0×
100%
Mehr ▾

Nach Monaten des KI-Rauschs, in denen sich die Börsen wie nach dem dritten Energy-Shot am Morgen gefühlt haben, folgt nun der Kater: In Tokio rauscht der Nikkei an einem einzigen Tag über 3 Prozent nach unten – ausgerechnet dort, wo Tech- und Chipfantasien zuletzt noch als Ersatzreligion dienten. In Europa das gleiche Bild, nur blasser: Der Stoxx 600 fällt auf das Tief seit November, der DAX rutscht auf 23.200 Punkte. Ein Analyst formuliert es mit der Trockenheit eines Schweizer Bergbauern: «Die Märkte haben sich an ihren eigenen Hoffnungen verschluckt.» Gute Besserung.

© KEYSTONE / CHRISTIAN BEUTLER
Schweizer Franken und Euro in Form von Muenzen und Noten liegen auf einem Tisch, fotografiert am Freitag, 24
© KEYSTONE / CHRISTIAN BEUTLER

In den USA wird die Episode mit mehr Publikum, aber gleichem Drehbuch gespielt: vier Verlusttage in Folge im S&P 500, KI-Lieblinge stürzen als Erste. Alle warten auf Nvidia, als könne ein einziger Quartalsbericht das Universum retten. Ein Marktbeobachter spricht von einem «Stresstest für die KI-Story». Währenddessen verstummen im Krypto-Zirkuszelt die Trommeln. Bitcoin fällt unter 90.000 Dollar, die Liquidationen rauschen milliardenweise durch die Leitungen. Aus «Auf zum Mond» wird wieder «Zurück auf Los». Die Angstindikatoren leuchten so rot, dass man damit das Matterhorn anstrahlen könnte.

Und mitten in diesem globalen Wackeln passiert etwas Bekanntes, fast Tröstliches: Der Schweizer Franken steigt. Natürlich steigt er. Was soll er sonst tun? Immer wenn irgendwo Anlagen implodieren, stürzen alle ins helvetische Sicherheitsnest, in den weltweit einzigen Hafen, in dem man für Nullzins noch danke sagt. Ein Dollar kostet nur noch rund 0,79 Franken. Für Schweizer Exporteure ein Albtraum, für internationale Anleger eine Beruhigungstablette. Die Schweizerische Nationalbank dürfte wieder genüsslich zusehen, wie der Franken seine Lieblingsrolle spielt: arrogante Stabilität. Daneben glänzt Gold wie ein Instagram-Filter: über 4000 Dollar je Unze, Notenbanken kaufen, ETFs schlucken gierig. Der Trend geht zum Tresor.

Das Ganze ist keine Apokalypse, aber das Ende der Märchenstunde. Die Märkte kapieren gerade, dass Wachstum nicht garantiert ist, Zinssenkungen kein Naturgesetz und Risiken nicht wegmoderierbar sind. Wer jetzt noch so tut, als sei das alles nur eine «Stimmungsschwankung», kann auch gleich weiter an Einhörner glauben. Die Party ist vorbei. Jetzt zählen wieder Bilanzen, Cashflows – und natürlich der Franken.

Abonnement
1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen
1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen
1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen
1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen
1. Start
2. Ihre Angaben
3. Abo prüfen
Startdatum: 01.04.2026
Mit der Bestellung akzeptieren Sie unsere AGBs.
Ihre Angaben
  • Dieses Feld dient zur Validierung und sollte nicht verändert werden.
  • Dieses Feld wird bei der Anzeige des Formulars ausgeblendet
  • Dieses Feld wird bei der Anzeige des Formulars ausgeblendet
    (Newsletter kann jederzeit wieder abbestellt werden)

Netiquette

Die Kommentare auf weltwoche.ch/weltwoche.de sollen den offenen Meinungsaustausch unter den Lesern ermöglichen. Es ist uns ein wichtiges Anliegen, dass in allen Kommentarspalten fair und sachlich debattiert wird.

Das Nutzen der Kommentarfunktion bedeutet ein Einverständnis mit unseren Richtlinien.

Scharfe, sachbezogene Kritik am Inhalt des Artikels, an Protagonisten des Zeitgeschehens oder an Beiträgen anderer Forumsteilnehmer ist erwünscht, solange sie höflich vorgetragen wird. Wählen Sie im Zweifelsfall den subtileren Ausdruck.

Unzulässig sind:

  • Antisemitismus / Rassismus
  • Aufrufe zur Gewalt / Billigung von Gewalt
  • Begriffe unter der Gürtellinie/Fäkalsprache
  • Beleidigung anderer Forumsteilnehmer / verächtliche Abänderungen von deren Namen
  • Vergleiche demokratischer Politiker/Institutionen/Personen mit dem Nationalsozialismus
  • Justiziable Unterstellungen/Unwahrheiten
  • Kommentare oder ganze Abschnitte nur in Grossbuchstaben
  • Kommentare, die nichts mit dem Thema des Artikels zu tun haben
  • Kommentarserien (zwei oder mehrere Kommentare hintereinander um die Zeichenbeschränkung zu umgehen)
  • Kommentare, die kommerzieller Natur sind
  • Kommentare mit vielen Sonderzeichen oder solche, die in Rechtschreibung und Interpunktion mangelhaft sind
  • Kommentare, die mehr als einen externen Link enthalten
  • Kommentare, die einen Link zu dubiosen Seiten enthalten
  • Kommentare, die nur einen Link enthalten ohne beschreibenden Kontext dazu
  • Kommentare, die nicht auf Deutsch sind. Die Forumssprache ist Deutsch.

Als Medium, das der freien Meinungsäusserung verpflichtet ist, handhabt die Weltwoche Verlags AG die Veröffentlichung von Kommentaren liberal. Die Prüfer sind bemüht, die Beurteilung mit Augenmass und gesundem Menschenverstand vorzunehmen.

Die Online-Redaktion behält sich vor, Kommentare nach eigenem Gutdünken und ohne Angabe von Gründen nicht freizugeben. Wir bitten Sie zu beachten, dass Kommentarprüfung keine exakte Wissenschaft ist und es auch zu Fehlentscheidungen kommen kann. Es besteht jedoch grundsätzlich kein Recht darauf, dass ein Kommentar veröffentlich wird. Über einzelne nicht-veröffentlichte Kommentare kann keine Korrespondenz geführt werden. Weiter behält sich die Redaktion das Recht vor, Kürzungen vorzunehmen.