Benjamin Netanjahu ist ein israelischer Parteipolitiker, der die Interessen seiner Partei befördert. Er ist verbündet mit Parteien, deren Ziele andernorts den Verfassungsschutz, den Staatsanwalt oder den psychiatrischen Notdienst auf den Plan rufen würden.
Und dieser Parteipolitiker Netanjahu soll ein Symbol sein für das Judentum?
Dies muss man annehmen, blickt man hinter die Schnappatmung angesichts Friedrich Merz’ Entscheidung, Waffenlieferungen an Israel teilweise einzustellen.
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Das Vorgehen der Israelis in Gaza sprengt jede Vorstellungskraft – sogar im Nahen Osten, der Ungeheuerlichkeiten gewohnt ist. Der Krieg wird auch in Israel verurteilt. Offiziere distanzieren sich von der politischen Führung. Soldaten brauchen nach dem Einsatz seelische Hilfe.
Doch wenn ein deutscher Kanzler Kritik an der verantwortlichen Regierung übt, stellt er damit offenbar Deutschlands einzigartige Verpflichtung gegen Israel, gegen die Juden zur Disposition.
Diese Vorwürfe sind naiv, töricht oder perfide. Gerechtfertigt sind sie nicht. Merz hatte recht, als er sagte, dass eine Freundschaft zwischen Völkern nichts wert ist, die Kritik an einer Regierung nicht erträgt.
Hilft man wirklich Israel, wenn man den Politiker Netanjahu unterstützt?