Poptitan Dieter Bohlen meldet sich mit deutlicher Kritik zur deutschen Politik zu Wort – und spart dabei weder Bundeskanzler Friedrich Merz noch andere Spitzenpolitiker an der Regierungsspitze aus. In einem Interview mit der Bild-Zeitung beklagt der 71-Jährige die politische und wirtschaftliche Lage in Deutschland und spricht sich für einen offenen Umgang mit der AfD aus – trotz eigener Distanz zur Partei.
«So, wie das aktuell läuft, kann das nichts werden», sagt Bohlen über die aktuelle Regierung. «Aber im Vergleich alte und neue Regierung: Ich bin heute viel enttäuschter.» Besonders frustriert zeigt sich der DSDS-Juror vom Kanzler: Merz habe nicht die Durchsetzungskraft, die nötig wäre, um das Land zu führen. «Die CDU hat viel mehr Stimmen geholt als die SPD. Es kann nicht sein, dass der kleinere Partner sich immer durchsetzt», so der Musikstar weiter. Merz müsse «auf den Tisch hauen» und «Meinungsvormacht» zeigen.
Kritik richtet Bohlen auch gegen Arbeitsministerin Bärbel Bas («selten dämlich») und SPD-Chef Lars Klingbeil, dessen wirtschaftspolitische Kompetenz er in Zweifel zieht. Aussenminister Johann Wadephul bezeichnet er gar als «untragbar».
Zur AfD sagte Bohlen: «Man hat alles versucht: Parteiverbot, mediale Brandmarkung. Das hat die AfD nur interessant gemacht. Ich bin kein Fan der AfD. Im Gegenteil. Aber Verbote sind falsch.» Stattdessen solle man die Partei mit Argumenten stellen. «Dann würden die Leute sehen, dass vieles absoluter Blödsinn ist, was die AfD erzählt. Die Linke lässt man alles sagen. Die AfD gar nichts.»
Über AfD-Chefin Alice Weidel sagte Bohlen: «Ich finde die Sachen, die sie sagt, nicht gut, aber sie ist eine gute Rednerin. Sie legt den Finger in die Wunde, spricht Probleme an. Vieles ist vereinfacht und polemisch.»