Frauenfussball. Kein normaler Mensch ist gegen ihn, wenn er Frauenfussball als ein Spiel versteht.
Doch keiner, hat er noch seine zwei Augen im Kopf, spricht von gutem Fussball, wenn er das Spiel als Bestandteil des Hochleistungssports einstuft.
Diese Frauen-EM war ein wunderbares Fest für Rucksacktouristen, der sehr, sehr vielen Liebhaber von kindlichen Spielereien auf grünem Rasen und heissblütigen nationalistischen Manifestationen auf der einen Seite, von öffentlichen Familienfesten, deren Mitglieder alle begeistert gekommen waren, die Irrläufe ihrer hin und wieder mit zu vielen männlichen Hormonen gesegneten «Sprösslinginnen» abzufeiern.
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Ich meine bewusst kindliche Spiele und spreche nicht von kindischen Spielen, weil ich wirklich niemandem die Freude am Frauenfussball verderben möchte.
Natürlich ist es das Recht jedes Menschen, die Orgien an Ballverlusten der nimmermüden und von leidenschaftlicher Lust nach dem nächsten Fehlpass getriebenen Frauen spannender zu finden als qualifizierten Fussball, dessen Niveau sich auch daran messen lässt, dass möglichst wenig Torchancen ein Produkt von ausgebliebenen Fehlern der Verteidiger sind.
So sind auch jene Experten entschuldigt, denen es nach kleineren Toren im Frauenfussball wäre, auch wenn dies dann die zu einer gewissen Tollpatschigkeit neigenden stürmenden Frauen die ersehnten Ziele wahrscheinlich gar nicht mehr treffen liesse. Aber in der Not frisst der Teufel bekanntlich Fliegen.
Keine Entschuldigung finde ich allerdings für die Experten des öffentlichen Fernsehens, die diesen Weltrekordversuch von erbärmlicher Kickerei in immer höhere qualitative Sphären schreien wollten. Und damit einfach die Wahrheit weg brüllten, dass Frauenfussball nicht in ein nationales Hauptprogramm gehört. So Tausende, wenn nicht Zehntausende von 13-jährigen Jungen bösartig, gedankenlos diskriminierten, die sehr viel besseren Fussball spielen, aber keine Chance haben, dies jemals im Fernsehen zu zeigen.
Es ist völlig klar, warum unser Fernsehen den Frauenfussball so feiert: Weil es wegen seines unfassbar aufgeblähten Apparates unseren nationalen Fussball kaum mehr und den besten Fussball in der Champions League überhaupt nicht mehr zahlen und zeigen will und kann. Es ist viel billiger, die Nation mit einer Frauen-EM über Wochen unverschämt, hemmungslos anzulügen. So wie die Nation dümmlich angelogen wird, wenn ständig vom so wichtigen Service public gesprochen wird. Der ist im Zeitalter von Handys viel einfacher, viel schneller und viel besser über iPhones und Co. zu organisieren als mit Milliarden von Gebühren.
Zum Rätsel des Publikumserfolges der Frauen-EM? Das ist kein Rätsel. Fussball ist der populärste Sport dieses Planeten. Er interessiert Millionen. Aber es gibt noch mehr Menschen, Milliarden, die nichts von Fussball verstehen … Auch sie haben natürlich das Recht, Partys zu feiern.