Die Mainstream-Medien begrüssen den argentinischen Präsidenten als «Rechtspopulisten» und «extremen Rechten». Falsch! Javier Milei ist ein grundsolider Ökonom, ein Hoffnungsschimmer für die inflationsgeplagte Bevölkerung
Suchbegriff

Die Weltwoche bietet tägliche Analysen, exklusive Berichte und kritische Kommentare zu Politik, Wirtschaft und Kultur.

Konto Anmelden
Abonnemente
Jedes Abo eine Liebeserklärung an die Meinungsvielfalt.
AboDigital
Für alle, die Online lesen wollen
Alle Artikel online lesen
E-Paper inklusive
App (iOS & Android)
AboPrint & Digital
Printausgabe & digital jederzeit dabei
Wöchentliche Printausgabe
Alle Artikel online lesen
E-Paper inklusive
App (iOS & Android)
Sind Sie noch nicht überzeugt? Details zu den Abos
Die Weltwoche

Die Mainstream-Medien begrüssen den argentinischen Präsidenten als «Rechtspopulisten» und «extremen Rechten». Falsch! Javier Milei ist ein grundsolider Ökonom, ein Hoffnungsschimmer für die inflationsgeplagte Bevölkerung

Vor und nach der Wahl wurde der frischgebackene argentinische Präsident von den Mainstream-Medien mit allerlei liebevollen Etiketten versehen: Er sei ein «Rechtspopulist», ein «Anarchokapitalist», ein «extrem Rechter». Vorgestellt wurde er praktisch ausschliesslich in unvorteilhaftem Licht.

Wo man vielleicht noch mitgehen kann, ist die Beschreibung als «Populist», wenn man darunter ein volksnahes Auftreten versteht. Tatsächlich hat er sich im Wahlkampf in auffälligen Posen gezeigt: Bekannt sind etwa seine Auftritte mit Motorsäge, mit denen er seine Absicht symbolisierte, den völlig aufgeblähten und korrupten Staatsapparat, der für das wirtschaftliche Desaster in Argentinien verantwortlich ist, zurückzustutzen.

Copyright 2023 The Associated Press. All rights reserved
Presidential candidate of the Liberty Advances coalition Javier Milei raises his fist after voting in the presidential runoff election in Buenos Aires, Argentina, Sunday, Nov
Copyright 2023 The Associated Press. All rights reserved

Auch wenn diese Bilder etwas Irritierendes an sich haben, dürfen sie nicht darüber hinwegtäuschen, dass hinter Milei ein blitzgescheiter Ökonom in der Tradition der Österreichischen Schule steckt. Diese ist alles andere als «rechtsextrem», sondern vielmehr liberal. Doch im linksextrem-etatistischen Meinungsklima von heute wird jeder, der die antikapitalistische Ideologie nicht mitträgt, in die «extrem rechte» Ecke gestellt, was im Fall von Milei nicht nur lächerlich, sondern auch gänzlich falsch ist. Ihm ist sehr wohl klar, was es jetzt zu tun gilt, um den fortlaufenden wirtschaftlichen Niedergang aufzuhalten und Argentinien mittelfristig wieder in ein florierendes Land zu verwandeln.

Im Gegensatz zur keynesianischen oder neoklassischen Ökonomenzunft des staatlich finanzierten Mainstreams ist sich Milei durchaus bewusst, dass Wohlstand nur unter liberalen Bedingungen entstehen kann, in welchen das freiwillige Interagieren zwischen den Menschen nicht vom Staat torpediert oder unterbunden wird. Ihm ist klar, dass Wohlstand dann zustande kommt, wenn Vertragsparteien freiwillig miteinander etwas vereinbaren. So stellen sich beide Seiten besser, weil niemand freiwillig einen Vertrag zu seinen Lasten abschliesst.

Daher will er dem Prinzip der Vertragsfreiheit auf allen Ebenen zum Durchbruch verhelfen. So etwa beim Geld, wo er den Annahmezwang für den inflationsgeprellten Peso abschaffen und es den Vertragsparteien überlassen will, mit welchem Zahlungsmittel sie ihre Geschäfte tätigen wollen. Er will aber auch defizitäre Staatsunternehmen privatisieren und sie den erfolgserprobten Regeln des freien Marktes aussetzen, damit diese sich wieder um die Gunst der Kunden bemühen müssen, mit denen freiwillige Verträge geschlossen werden müssen, um Produkte und Dienstleistungen zu verkaufen. Zudem will er den Zwang aufheben, dass man als Arbeitnehmer einer Gewerkschaft beitreten muss. Das alles erinnert sehr an das erfolgreiche Programm, mit dem Margaret Thatcher einst den «kranken Mann Europas» (das heruntergewirtschaftete Grossbritannien der 1970er Jahre) wieder zum Erfolg führte.

Als Ökonom der Österreichischen Schule ist Milei sich bewusst, dass Wohlstand nicht entsteht, indem der Staat mehr Geld druckt und ausgibt. Denn der Staat kann nur Geld ausgeben, das er vorher jemandem weggenommen hat. Und das frisch gedruckte Geld zerstört auch nur die Kaufkraft der Bevölkerung und enteignet diese damit durch die Hintertür. Nein, mehr Wohlstand entsteht vielmehr dann, wenn sich der Staat aus dem Wirtschaftsleben weitestgehend zurückzieht, hinderliche Regulierungen abschafft und die steuerliche Ausbeutung verringert. Auch deshalb fordert Milei Steuersenkungen auf breiter Front.

Ob Milei sein ambitioniertes Programm zur Förderung der Prosperität auch umsetzen kann, bleibt abzuwarten. Die Opposition gegen ihn im Parlament, in der Verwaltung und in den Medien ist gigantisch: Sehr viele korrupte Sonderinteressen, die bislang parasitär auf Kosten der Allgemeinheit gelebt haben, droht der Verlust ihrer Privilegien. Die Liberalisierung Argentiniens wird also alles andere als ein Spaziergang. Man kann Milei daher nur die Daumen drücken, dass er das nötige Rückgrat und die notwendige Durchschlagskraft aufbringen wird, um sein vielversprechendes Reformprogramm umsetzen zu können.

Abonnement
1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen
1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen
1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen
1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen
1. Start
2. Ihre Angaben
3. Abo prüfen
Startdatum: 01.04.2026
Mit der Bestellung akzeptieren Sie unsere AGBs.
Ihre Angaben
  • Dieses Feld dient zur Validierung und sollte nicht verändert werden.
  • Dieses Feld wird bei der Anzeige des Formulars ausgeblendet
  • Dieses Feld wird bei der Anzeige des Formulars ausgeblendet
    (Newsletter kann jederzeit wieder abbestellt werden)

Netiquette

Die Kommentare auf weltwoche.ch/weltwoche.de sollen den offenen Meinungsaustausch unter den Lesern ermöglichen. Es ist uns ein wichtiges Anliegen, dass in allen Kommentarspalten fair und sachlich debattiert wird.

Das Nutzen der Kommentarfunktion bedeutet ein Einverständnis mit unseren Richtlinien.

Scharfe, sachbezogene Kritik am Inhalt des Artikels, an Protagonisten des Zeitgeschehens oder an Beiträgen anderer Forumsteilnehmer ist erwünscht, solange sie höflich vorgetragen wird. Wählen Sie im Zweifelsfall den subtileren Ausdruck.

Unzulässig sind:

  • Antisemitismus / Rassismus
  • Aufrufe zur Gewalt / Billigung von Gewalt
  • Begriffe unter der Gürtellinie/Fäkalsprache
  • Beleidigung anderer Forumsteilnehmer / verächtliche Abänderungen von deren Namen
  • Vergleiche demokratischer Politiker/Institutionen/Personen mit dem Nationalsozialismus
  • Justiziable Unterstellungen/Unwahrheiten
  • Kommentare oder ganze Abschnitte nur in Grossbuchstaben
  • Kommentare, die nichts mit dem Thema des Artikels zu tun haben
  • Kommentarserien (zwei oder mehrere Kommentare hintereinander um die Zeichenbeschränkung zu umgehen)
  • Kommentare, die kommerzieller Natur sind
  • Kommentare mit vielen Sonderzeichen oder solche, die in Rechtschreibung und Interpunktion mangelhaft sind
  • Kommentare, die mehr als einen externen Link enthalten
  • Kommentare, die einen Link zu dubiosen Seiten enthalten
  • Kommentare, die nur einen Link enthalten ohne beschreibenden Kontext dazu
  • Kommentare, die nicht auf Deutsch sind. Die Forumssprache ist Deutsch.

Als Medium, das der freien Meinungsäusserung verpflichtet ist, handhabt die Weltwoche Verlags AG die Veröffentlichung von Kommentaren liberal. Die Prüfer sind bemüht, die Beurteilung mit Augenmass und gesundem Menschenverstand vorzunehmen.

Die Online-Redaktion behält sich vor, Kommentare nach eigenem Gutdünken und ohne Angabe von Gründen nicht freizugeben. Wir bitten Sie zu beachten, dass Kommentarprüfung keine exakte Wissenschaft ist und es auch zu Fehlentscheidungen kommen kann. Es besteht jedoch grundsätzlich kein Recht darauf, dass ein Kommentar veröffentlich wird. Über einzelne nicht-veröffentlichte Kommentare kann keine Korrespondenz geführt werden. Weiter behält sich die Redaktion das Recht vor, Kürzungen vorzunehmen.