US-Präsident Donald Trump hat Deutschland und die Nato scharf kritisiert und zugleich erneut Ansprüche auf Grönland bekräftigt. Auf einer Pressekonferenz in Washington sagte Trump mit Blick auf Deutschland: «Wir haben Deutschland wiederaufgebaut.»
Der US-Präsident warf der Bundesregierung vor, sich im Zusammenhang mit dem Iran-Konflikt zu distanzieren. Deutschland erkläre, es handle sich nicht um seinen Krieg, beklagte Trump. Zugleich verteidigte er seine Entscheidung, Verbündete nicht vorab über militärische Schritte informiert zu haben. «Hätte ich ihnen vom Iran erzählt, hätten sie das an die Öffentlichkeit gebracht. Und wir wären bei weitem nicht so erfolgreich gewesen», sagte er.
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Auch die Nato stellte Trump grundsätzlich in Frage. «Die Nato ist ein Papiertiger», erklärte er. Er habe die Bündnispartner um Unterstützung bei der Sicherung der Strasse von Hormus gebeten, sei jedoch auf Ablehnung gestossen. Die Reaktion der Verbündeten beschrieb er als einhelliges «Nein».
Die Aussagen fallen im Vorfeld eines Treffens mit Nato-Generalsekretär Mark Rutte, der in Washington erwartet wird. Trump bezeichnete Rutte zwar als «grossartigen Typen», machte jedoch deutlich, dass die Differenzen im Bündnis bestehen bleiben.
Zum Abschluss der Pressekonferenz griff Trump erneut das Thema Grönland auf. «Wir wollen Grönland. Sie wollen es uns nicht geben, und ich habe gesagt: Auf Wiedersehen», erklärte er. Damit knüpfte er an frühere Forderungen an, die bereits international für Irritationen gesorgt hatten.
Trump und Aussenminister Marco Rubio hatten zuletzt zudem angekündigt, die Nato-Mitgliedschaft der USA nach dem Ende des Iran-Konflikts überprüfen zu wollen. Die Aussagen verstärken die Spannungen innerhalb des Bündnisses weiter.