Der Suwalki-Korridor gehört zum kleinen Einmaleins westlicher Strategen. Der knapp hundert Kilometer lange Landstreifen ist die Verbindung zwischen den Nato-Staaten Litauen und Polen. Links die russische Exklave Kaliningrad, rechts der russische Partner Belarus.
Mit der Besetzung dieses Korridors würde Moskau einen Krieg gegen uns beginnen, wird gepredigt, das Baltikum von der Nato trennen. Denn der Russe ist immer der Aggressor.
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Doch nun dreht die Nato den Spiess um und schaltet selber in den Angriffsmodus. Ziel der Begierde: Kaliningrad.
Nur 47 Meilen messe das Territorium von Nord nach Süd, schwärmte General Christopher Donahue, Oberkommandierender der US Army für Europa und Afrika. «Das können wir mit Bodentruppen in einer unerhörten Zeitspanne einnehmen, schneller, als wir das jemals konnten», führte er vor anderen Uniformierten in Wiesbaden aus.
Mehr noch: «Wir haben das bereits geplant und entwickelt.» Die schiere Masse russischer Kräfte und ihre Wucht stellten kein Problem mehr dar. «Wir haben die Fähigkeit entwickelt, um sicher zu sein, dass wir diese Masse und Schwungkraft stoppen können.»
In westlichen Medien hört und sieht man so gut wie nichts von solchen Sandkastenspielen der Nato – die irgendwann der Sandkiste entsteigen werden. Das Argument: Angriff ist die beste Verteidigung.
Dieses Argument kennt man auch in Moskau, wo man die Bemerkungen des Generals sehr wohl zur Kenntnis genommen haben wird. Angriff ist die beste Verteidigung.
So beginnen Kriege, an denen dann niemand schuld gewesen sein will.