Seit je gilt sie als Antriebswelle der EU: die deutsch-französische Achse. Wenn sich Berlin und Paris verstehen, läuft der europäische Motor rund.
Bei Olaf Scholz und Emmanuel Macron war Sand im Getriebe, und das lag nicht nur an dem Fischbrötchen, das der Hanseat dem französischen Leckermaul vorsetzte.
Mit entsprechend viel Aplomb und Verve trat Friedrich Merz an, das scheintote Verhältnis zu reanimieren.
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War wohl nichts. So schlecht wie heute waren die Beziehungen lange nicht – und die Pleite mit dem Projekt eines gemeinsamen Kampfflugzeuges ist nur die verfaulte Kirsche auf einer vergammelten Torte.
Auch beim Mercosur-Abkommen liegen Paris und Berlin über Kreuz. Merz will es durchboxen, ohne Rücksicht auf den Partner, dem seine renitenten Bauern im Nacken sitzen.
Generell verübelt der Franzose dem Kanzler, dass er sich auf der Weltbühne nach vorne drängt und das Rampenlicht beansprucht. Hat ihm keiner gesagt, dass diese Rolle dem republikanischen Monarchen aus Paris vorbehalten ist?
Merz und Macron halten sich für Europäer, doch die desolaten innenpolitischen Umstände zwingen sie, das eigene Land in den Fokus zu rücken. Warum also die Scharade weiterspielen?