Auf dem schweizerischen Kanal des russischen Staatssenders Russia Today ist die SRG ein Dauerthema. Von Stellenabbau bis UKW-Frequenzen erfreut sich SRG ständiger Beobachtung durch die russischen Journalisten.
Zuletzt berichtete Russia Today, dass die SRG vom Bundesgericht verurteilt wurde, weil sie den Schokoladenproduzenten Läderach verunglimpfte: «SRG publiziert Fake News» lautet der Titel.
Kurz zuvor hatte Russia Today auch die Russland-kritische Berichterstattung der SRG thematisiert und der SRG «Manipulation» vorgeworfen.
Die SRG versuchte es nun mit der üblichen Schallplatte. Auf der Newsseite überschlug man sich vor Empörung und tönte: «Das russische Staatsmedium Russia Today mischt sich in die Abstimmung zur SRG-Initiative ein. Das Vorgehen passt ins bekannte Muster.»
Da brachte die SRG aber gehörig Freund und Feind durcheinander. Denn trotz gelegentlicher Kritik ist die Redaktion von Russia Today an der Borowaja Ulitsa in Moskau ein glühender Anhänger der SRG.
Der Kommentar des Senders rief denn diese Woche vehement zur Ablehnung der SRG-Initiative auf: Wörtlich sagte Russia Today: «Die SRG ist mehr als Fernsehen und Radio. Sie ist Service public, Bildungsplattform, Kulturförderin und demokratisches Forum. Wer die Initiative ablehnt, setzt ein Zeichen für unabhängigen Journalismus, faire öffentliche Debatten und eine Schweiz, die sich selbst informiert.»
Das hätte auch eine Susanne Wille in ihren pathetischsten Momenten nicht besser formulieren können.
Es ist klar, warum man bei Russia Today die SRG liebt. Die Parallelen sind offenkundig. Beide Sender sehen sich als Rückgrat und Klammer des Landes, beide Sender stehen nicht im regierungskritischen Lager, und beide Sender werden über staatliche Gebühren finanziert.
Wenn die 200-Franken-Initiative abgelehnt wird, dann können wir also schon mal die Schlagzeile vorformulieren: «SRG gewinnt Abstimmung dank massiver Hilfe aus Moskau.»
Oder noch ein bisschen griffiger: «Sieg für die SRG – dank Putin.»