Auf den Kanälen der SRG gab es im Vorfeld der Halbierungs-Initiative keine Abstimmungsempfehlungen. Die Journalisten von SRF und Co. hielten sich auch privat weitgehend an die Vorgabe, sich als Direktbetroffene nicht einzumischen.
Das ist schön und gut, aber letztlich nichts als selbstverständlich. Wo kämen wir hin, wenn uns der von uns allen mit Zwangsgebühren finanzierte Rundfunk sagen würde, wie wir abzustimmen haben?
Zumal das ja zumindest die ehemaligen SRG-Leute, von Ueli Schmezer über Reto Lipp bis zu Patrick Hässig, durchaus fleissig taten. Und auch all die Künstler und Sportler, die am Tropf der SRG hängen, aber offiziell «unabhängig» sind und deshalb Parolen ausgeben durften.
Kaum ist die Schlacht geschlagen, ist es aber vorbei mit der Neutralität, und die SRG zeigt ihr wahres Gesicht. «Danke», verkündet der Kanal «SRF» in den sozialen Medien. Man begrüsse «dieses Bekenntnis zu einem vielfältigen, digitalen und regional verankerten Service Public», heisst es weiter.
Haben wir über die Vielfalt der SRG-Programme abgestimmt? Darüber, ob sie digital sein dürfen? Darüber, ob die Regionen weiter bedient werden sollen oder nicht?
Es war weit banaler. Es ging um eine Reduktion der jährlichen Zwangsgebühren. Ohne Frage hätte die SRG danach sparen müssen. Aber niemand hätte sie gezwungen, einfältig statt vielfältig zu sein, sich aus dem Internet zurückzuziehen und zur Schreibmaschine zu greifen oder die Regionen zu vernachlässigen.
Ein Ja hätte die SRG schlicht vor die unternehmerische Aufgabe gestellt, Pflicht und Kür voneinander zu unterscheiden, sich auf den eigentlichen Auftrag zu besinnen und effizienter zu werden. Ihren Job hätte sie auch mit 200 Franken erfüllen können, wie SRG-Generaldirektorin Susanne Wille intern selbst zugegeben hat.
Aber letztlich ist die Danksagung nur eine transparente Darstellung dessen, was wir alle schon immer wussten: Die SRG ist alles andere als ausgewogen. Und das leider nicht nur, wenn es sie direkt betrifft.