Mit scharfer Rhetorik gegen Tech-Konzerne hat Kulturstaatsminister Wolfram Weimer (parteilos) auf der Frankfurter Buchmesse eine diplomatische Kontroverse ausgelöst. In seiner Eröffnungsrede bezeichnete er amerikanische und chinesische KI-Unternehmen als «digitale Kolonialisten» und sprach von einer «Industrie des organisierten Raubs», die ohne Lizenz geistige Werke nutze. «Sie haben uns aber nicht gefragt», so Weimer. Kulturen würden «zu Rohstofflieferanten degradiert und eigentlich schamlos ausgebeutet».
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Die Reaktion aus Washington folgte prompt: Richard Grenell, früherer US-Botschafter in Berlin und heute Sondergesandter von Präsident Donald Trump, griff die Bundesregierung frontal an. Auf X schrieb er, Weimer sei einer der «engsten Berater des Kanzlers» und habe öffentlich amerikanische Unternehmen attackiert. Er warf Deutschland vor, einen «massiven Angriff auf die gesamte US-Digitalindustrie» zu führen – mit dem Ziel, sie in Europa zum Stillstand zu bringen.
Ein offizielles Statement aus dem Kanzleramt oder dem Kulturministerium blieb bislang aus.