Jerusalem wird zur Bühne von Donald Trumps Strategie: Frieden als Deal. Er nutzt Israels Erschöpfung, die Schwächen der Hamas und des Iran, um sich als starker Vermittler zu inszenieren. Statt klassischer Diplomatie setzt er auf Druck, Belohnung und persönliche Loyalität. Für Trump ist Israel nicht Ziel, sondern Hebel – ein Schauplatz, auf dem er Macht, Instinkt und Kalkül in Politik verwandelt. Seite 24
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Pulitzerpreisträger und Bestsellerautor Viet Thanh Nguyen verkörpert den amerikanischen Traum – und warnt zugleich davor, dass er zerbrechen -könnte. Reporter -Daniel Ryser hat ihn in seinem Haus in der -kalifornsichen Stadt Pasadena besucht: Zwischen Familienfotos, Bücherregalen und einem Notfallplan spricht Nguyen über Flucht, Zugehörigkeit und die Angst, erneut alles zu verlieren. Für ihn zeigt Los Angeles, dass Vielfalt funktionieren kann und gerade deshalb von autoritären Kräften angegriffen wird. Wer als «der -Andere» gilt, wird von denen bestimmt, die in einer Gesellschaft Macht haben. Und sich dagegen zu wehren beginnt damit, die eigene Geschichte zu -erzählen. Seite 30
Griechenland hat innert weniger Jahre Atemberaubendes vollbracht. Europas Sorgenkind ist zum Musterschüler aufgestiegen. Die Wirtschaft boomt. Das Wachstum übertrifft den EU-Durchschnitt deutlich. Nun wollen die Griechen ihr Wirtschaftswunder mit einem gigantischen Projekt krönen. An der Südküste von Athen soll ein neues Dubai entstehen, mit Wolkenkratzern, Naturparks, Kulturtempeln und klimaneutralen Science-Fiction-Wohnungen. Urs Gehriger hat die Baustelle inspiziert, ehemalige Finanzminister konsultiert und an einer Liturgie in der orthodoxen Kirche der Heiligen Dreifaltigkeit erfahren, weshalb die Griechen selbst nach den grössten Krisen erhobenen Hauptes auferstehen. Seite 38
Das Porträt, das Vincent van Gogh 1887 in Paris von seinem russischen Künstlerkollegen Ivan Pokhitonov malte, hat eine bewegte -Geschichte. Mehrmals wechselte es den Besitzer, 1933 -musste es der Berliner Kaufmann Richard Semmel in Amsterdam versteigern -lassen. Weil er Jude war, hatten ihn die Nazis enteignet, via Holland flüchtete er nach -Amerika. Das Bild «Männerkopf» landete bei einem Engländer, der es 1940 vor dem deutschen «Blitz» in Sicherheit brachte, indem er es nach Australien verkaufte, an die National Gallery of Victoria in Melbourne. Als der «Männerkopf» 2006 erstmals wieder nach Europa kam und in zwei Ausstellungen in Grossbritannien gezeigt wurde, kamen Zweifel an der Echtheit des -Bildes auf. Aber dann tauchten 2013 die -Erbinnen von -Richard Semmel auf. Hanspeter Born erzählt die Saga um den «Männerkopf», die noch heute nicht zu Ende ist. Seite 48
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