Iran droht mit einer vollständigen Blockade des Persischen Golfs und dem Einsatz von Seeminen im Falle eines Angriffs auf seine Küsten oder Inseln. Der iranische Verteidigungsrat erklärte laut der Nachrichtenagentur Reuters: «Jeder Versuch des Feindes, iranische Küsten oder Inseln anzugreifen, wird naturgemäss und gemäss gängiger militärischer Praxis dazu führen, dass sämtliche Zugangswege und Kommunikationslinien im Persischen Golf sowie entlang der Küsten mit verschiedenen Arten von Seeminen vermint werden.»
Guillaume Horcajuelo/Keystone
Die Drohung verschärft die Lage im Konflikt mit den USA und Israel deutlich. Teheran stellt in Aussicht, nicht nur die Strasse von Hormus, sondern den gesamten Golf für längere Zeit lahmzulegen. Damit wäre eine der wichtigsten Energieachsen der Welt betroffen: Rund ein Fünftel des globalen Ölhandels passiert die Region.
Gleichzeitig kontrolliert Iran die Passage bereits selektiv. Wie der Guardian berichtet, wird befreundeten Staaten wie China, Indien und Pakistan die sichere Durchfahrt gewährt, während andere Länder faktisch ausgeschlossen sind. Angriffe auf Schiffe und mutmasslich bereits verlegte Seeminen haben die Meerenge für Teile des internationalen Verkehrs unpassierbar gemacht.
Die wirtschaftlichen Folgen sind bereits sichtbar: Ölexporte aus dem Nahen Osten sind in den letzten Wochen um mehr als 60 Prozent eingebrochen. Gleichzeitig steigen die Preise, während Regierungen Notmassnahmen prüfen.
Der Druck auf Washington wächst. US-Präsident Donald Trump drohte, iranische Energieanlagen zu zerstören, sollte die Schifffahrt nicht rasch wieder freigegeben werden. Parallel prüfen die USA laut Bericht militärische Optionen gegen die strategisch zentrale Insel Kharg.
Im Innern des Iran verschärft sich die Situation ebenfalls. Der weitgehende Internetausfall dauert seit über drei Wochen an und isoliert grosse Teile der Bevölkerung.