Bei der Abstimmung zur E-ID gab letztlich die Stadt Zürich den Ausschlag. Wurde die Vorlage (inklusive Stadt Zürich) schweizweit nur mit einer Mehrheit von 21.000 Stimmen angenommen, lautete das Verhältnis in der Stadt Zürich 79.500 ja zu 45.000 nein.
Also 64 Prozent Ja-Stimmen. Selbst in den fast rein städtischen Kantonen Basel-Stadt und Genf gab es jeweils nur Ja-Mehrheiten von 55 respektive 57 Prozent.
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Ganz anders bei der Besteuerung des Eigenmietwerts: Diesseits des Röstigrabens hielt niemand stärker am Eigenmietwert fest als die Stadtzürcher. Nur 42 Prozent wollten den Eigenmietwert abschaffen. Im linken Basel-Stadt waren immerhin 47 Prozent dafür, in der Stadt Bern 50 Prozent, im roten Biel 54 Prozent und im Bezirk Winterthur, notabene ebenfalls im Kanton Zürich, 60 Prozent.
Auch sonst feierte die sozialistische Neidgesellschaft in der Stadt Zürich Hochkonjunktur: Der Preis des städtischen ÖV-Abonnements wurde mit 63 Prozent Ja-Stimmen halbiert (wahrscheinlich hätte selbst Gratis-ÖV noch eine Mehrheit gefunden), dafür kosten Anwohnerparkkarten in der blauen Zone neu doppelt bis dreimal so viel wie bisher, wobei Besitzer von grossen und schweren Autos — wie könnte es auch anders sein — stärker zur Kasse gebeten werden.
Benzinbetriebene Laubbläser sind in Zukunft selbstverständlich verboten, und selbst beim Klimaschutz scherte die Stadt Zürich aus. So titelte SRF «Zürich will nichts wissen von Netto-Null bis 2040» und schrieb von einer «herben Niederlage» zum neuen Energiegesetz. Nicht so in der Stadt Zürich: Sagte der Rest des Kantons zu 66 Prozent Nein, stimmten in der Stadt Zürich 58 Prozent zu.
Zürich entwickelt sich immer mehr zum sozialistischen «Paradies» der Schweiz: Der Service public soll möglichst gratis sein, private Freiheiten wie Auto, Eigenheim oder nur schon die Benutzung eines Laubbläsers gelten hingegen nichts.
Dafür soll der Bürger möglichst gläsern sein, wie die hohe Zustimmungsrate zur E-ID zeigt: Jede Wette, könnten die Zürcher bestimmen, würde in der E-ID künftig automatisch verzeichnet, ob der Einzelne ein Auto besitzt und wie gross sein Klima-Fussabdruck ist.
Steht Zürich für die Zukunft der Schweiz, dann sind das durchaus beängstigende Aussichten.